Eines der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte Spaniens stürzt das Land in tiefe Trauer. Die Identifizierung der Opfer läuft auf Hochtouren. Unter ihnen sollen auch Deutsche sein.
Nach dem schweren Zugunglück in Spanien läuft die Identifizierung der zahlreichen Todesopfer auf Hochtouren. «Wir rechnen mit baldigen Ergebnissen», sagte der Leiter der zuständigen Abteilung der Polizeieinheit Guardia Civil, Juan Serrano, im Interview des Radiosenders RNE. Auch Deutsche sollen unter den Opfern sein.
Mindestens 40 Menschen kamen am Sonntagabend bei der Entgleisung von zwei entgegen fahrenden Hochgeschwindigkeitszügen bei Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba ums Leben. Die Behörden befürchten allerdings, dass die Opferzahl noch steigen könnte.
Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es auf Anfrage: «Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben.» Man stehe mit den Behörden im engen Austausch, um Aufklärung zu betreiben.
Alle Verletzten inzwischen außer Lebensgefahr
Bei der Identifizierung könnten Informationen nützlich sein, die Angehörige von Vermissten beisteuern können, sagte Serrano. Dazu zählte er Fotos, Ausweisdokumente, Angaben zu Tätowierungen oder zahnärztliche Röntgenaufnahmen. Laut Medienberichten waren am Abend fünf Tote identifiziert. Weitere Informationen dazu wurden zunächst allerdings nicht bekannt.
Bei dem Unfall gab es mehr als 170 Verletzte. Zuletzt wurden 39 noch in Krankenhäusern behandelt, wie der Notdienst Andalusiens in der jüngsten Bilanz mitteilte. Zwölf von ihnen lagen demnach am Montagabend auf der Intensivstation. Alle seien aber inzwischen außer Lebensgefahr, wurde betont.
Ein tragischer Zufall
Die Tragödie ereignete sich am Sonntag gegen 19.40 Uhr. Die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszugs der italienischen Gesellschaft Trenitalia entgleisten bei einem Tempo von mehr als 200 Kilometern pro Stunde aus noch unbekannter Ursache und gerieten ins benachbarte Gleis, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte.
Just zu diesem Zeitpunkt passierte dort ein Hochgeschwindigkeitszug von Renfe. Er krachte frontal in die entgleisten Waggons und wurde aus den Schienen geworfen. Teile des Zuges, dessen Lokführer starb, stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinab. Insgesamt waren mehr als 500 Passagiere an Bord beider Züge.