Wie kommt der Eintrittspreis am Kölner Dom am ersten Tag an?
Autor: Marco Rauch, dpa
, Mittwoch, 01. Juli 2026
Teils gab es Verwirrung, einiges war noch nicht eingespielt: Was sagen die ersten Gäste des Doms, die Eintritt zahlen mussten? Und wie war die Lage am und im Dom selbst?
Um kurz vor 10.00 Uhr war es so weit: Eine Mutter und ihr Sohn betreten als erste Menschen gegen einen Eintrittspreis den Innenraum des Kölner Doms. Dass dieser zuvor immer kostenfrei war, wussten die beiden Ukrainer gar nicht. «Aber es ist ein fairer Preis. Es ist so ein schönes Gebäude», sagte die Mutter names Julia, die mit ihrem Sohn derzeit in Istanbul wohnt, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Sie sind bei weitem nicht die einzigen Touristen mit dieser Meinung. «Der Preis ist mehr als fair», sagt US-Amerikaner Michael. «Solche Gebäude kosten eine Menge Geld und Arbeit. Mein Land, die USA, sind erst 250 Jahre alt, solch schöne Kirchen wie diese haben wir gar nicht», betont er.
Auch Julian aus Malta hat am Preis nichts auszusetzen. «Es ist ja auch in anderen Ländern normal, dass solche Kirchen erhalten werden müssen und man dafür auch einen Beitrag zahlen muss», sagte der junge Tourist. Er hat sein Ticket online erworben und der Eintritt in den Dom sei problemlos verlaufen.
Das war allerdings nicht bei allen so. Zum Einlassbeginn um 10.00 Uhr bildete sich eine kleine Schlange, weil es jetzt plötzlich Ticketkontrollen gab - allerdings machte das Scannen der Tickets auch Probleme. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten lief es dann aber rund und die Schlange hatte sich schnell in Luft aufgelöst, wie ein dpa-Reporter vor Ort beobachtete.
«Ich will gar nicht behaupten, dass alles reibungslos und wunderbar klappt», gestand Dompropst Guido Assmann ein. Es müssten beispielsweise noch ein paar Schilder mit klaren Hinweisen angebracht werden. Das seien aber normale Startschwierigkeiten, er sei sich sicher, dass sich das einspiele mit der Zeit.
Dennoch gab es teils Verwirrung. So wollte eine Kölnerin zum Beten den Dom am Haupteingang betreten - schließlich hatte das Domkapitel vorab angekündigt, dass dies weiter kostenfrei möglich sei. Das gilt allerdings nur für den Nordeingang an der Bahnhofsseite, daher wurde die Frau dorthin geschickt.
Auch dort bildete sich eine Schlange, die Mitarbeiter mussten immer wieder Touristen zum Haupteingang oder zum Ticketportal schicken. Doch auch Touristen werden hineingelassen, wenn sie angeben, lediglich zum Beten zu kommen oder eine Kerze anzünden zu wollen. Eine «Gesinnungsprüfung» wolle man nicht durchführen, hatte das Domkapitel immer wieder betont, man setze auf Vertrauen.