Wie ein kleiner Affe zum Meme-Phänomen wird
Autor: Lars Nicolaysen und Jan Mies, dpa
, Freitag, 27. Februar 2026
Verstoßen von seiner Mutter, findet der Affenjunge Punch in Japan Trost bei einem Stofftier – und wird zur Identifikationsfigur für viele Menschen weltweit. Punch-Memes gehen viral.
Es ist eine Geschichte, die Millionen Menschen in aller Welt zu Tränen rührt: Das Schicksal des kleinen Japanmakaken mit dem Namen Punch, der in einem Zoo nahe Japans Hauptstadt Tokio nach der Geburt von seiner Mutter verstoßen wurde und Trost bei einem Spielzeug-Orang-Utan findet. Herzzerreißende Videos des kleinen Affenjungen, wie er von anderen Makaken im Gehege gejagt wird und dabei sein Stofftier hinter sich her zerrt, gehen viral - und haben Punch in unzähligen Memes zum Sinnbild für die Krisen unserer Zeit, für Vereinsamung, aber auch für Widerstandskraft gemacht.
Ein Stofftier als Ersatzmutter
Die Pfleger im Ichikawa City Zoo vermuten, dass Punchs Mutter durch die enorme Sommerhitze mit ihrer ersten Geburt überfordert war. In solchen Situationen priorisieren Muttertiere oft das eigene Überleben.
Affen klammern sich kurz nach der Geburt an das Fell ihrer Mutter, um Geborgenheit zu finden und Muskeln aufzubauen. Da Punch diese Möglichkeit nicht hatte, versuchte man es mit Alternativen wie zusammengerollten Handtüchern. Doch Punch entschied sich für einen Stoff-Orang-Utan aus Ikeas «Djungelskog»-Tierserie.
Seit der Zoo Punch kürzlich mit seinem Plüschtier auf X vorstellte, geht der Hashtag «#HangInTherePunch» und seine japanische Entsprechung viral. Frühe Aufnahmen zeigen, wie Punch von anderen Makaken weggestoßen oder aggressiv im Kreis herum geschleift wird, bevor er hinter einen Felsen rennt und sich an sein Stofftier klammert.
Doch dann sorgten Videos, in denen ein anderer Affe Punch tröstet und ihn putzt, in der Netzwelt für Erleichterung. Inzwischen lässt Punch öfter mal seine Ersatzmama liegen, um mit anderen zu spielen.
«Wir sehen uns in Punch selbst»
«Unser Ziel ist es, dass er in einer Gruppe lebt», erklärt Takashi Yasunaga, für den Zoo zuständiger Leiter bei der Stadtverwaltung von Ichikawa, der Deutschen Presse-Agentur in Tokio. «Ich glaube, er ist auf dem besten Weg dorthin».
Was manche in den sozialen Medien als Mobbing ansehen, ist laut Experten ganz normales Verhalten unter Makaken. Doch viele deuten in die Videos ein Verhalten, das sie aus ihrem eigenen Leben kennen. «Wenn wir Punch sehen, sehen wir nicht nur einen Affen», schreibt ein User auf Instagram.