Behörde: Mehr als 670 Verdachts- und 160 Ebola-Todesfälle
Autor: dpa
, Donnerstag, 21. Mai 2026
Nach dem Ebola-Ausbruch in Afrika steigen die Zahlen der Infizierten und Toten dort weiter. Zwei US-Amerikaner wurden in Kliniken nach Berlin und Prag gebracht.
Die Ebola-Infektionszahlen im Osten der Demokratischen Republik Kongo steigen weiter rasch an. Mittlerweile gibt 671 Verdachtsfälle und 160 vermutete Todesfälle, wie das kongolesische Gesundheitsministerium mitteilte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor noch von fast 600 Verdachtsfällen und mehr als 130 vermuteten Todesfällen gesprochen.
Im Nachbarland Uganda meldeten die Behörden keine neuen Infektionen bis auf die zwei bereits bekannten Fälle bei Eingereisten aus dem Kongo. Es gebe derzeit keinen Ausbruch auf ugandischem Territorium, teilte das ugandische Außenministerium mit.
Die WHO geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet werden. Einige Dutzend Fälle wurden bislang im Labor bestätigt.
US-Patient in der Charité in «stabilem Zustand»
Nachdem ein mit Ebola infizierter US-amerikanischer Arzt zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden war, trafen in der vergangenen Nacht auch seine Ehefrau und vier Kinder dort ein. Sie wurden in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium in der Nacht mitteilte. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden.
Der Mann, ein Arzt, hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt. Auch seine Familienmitglieder hatten sich den Angaben zufolge dort aufgehalten. Sie gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Sie seien zuletzt symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieß es seitens des Ministeriums.
Der Mann war bereits am frühen Mittwochmorgen in der geschützten Isolierstation der Charité aufgenommen worden. Dort ist seine Versorgung mittlerweile angelaufen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet er sich in einem «stabilen Zustand».
Wie zuvor bereits der Vater erreichten die Mutter und die Kinder Berlin mit einem Spezialflugzeug. Zur Charité erfolgte der Transport mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen. Kurz vor 01.00 Uhr erreichte der Konvoi das Krankenhaus. Das Bundesgesundheitsministerium machte auf Anfrage vorerst keine Angaben zu dem Patienten und seiner Familie.