Sommer 2026: «Historische Hitze, verbreitete Trockenheit»
Autor: Jenny Tobien und Mona Wenisch, dpa
, Montag, 31. August 2026
Rekordtemperaturen und anhaltende Dürre haben den Sommer in Deutschland bestimmt. Dabei spielt auch der Klimawandel eine entscheidende Rolle.
Zu trocken, zu warm, zu sonnig: Der Sommer ist in diesem Jahr extrem gewesen. Nach einer vorläufigen Auswertung ist er der zweitwärmste, der in Deutschland jemals offiziell gemessen wurde. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit.
«Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz eingehen wird», schrieb der DWD.
Wie heiß war es?
Das voraussichtliche Temperaturmittel lag laut Wetterdienst bei 19,6 Grad. «Nach vorläufigen Berechnungen dürfte nur der Jahrhundertsommer 2003 mit 19,7 °C wärmer gewesen sein», hieß es vom DWD. Im Sommer 2026 lag die Temperatur demnach 3,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Als meteorologischer Sommer gilt der Zeitraum vom 1. Juni bis 31. August.
Gab es neue Temperaturrekorde?
«Beispiellos war 2026 die Häufigkeit der Hitze», hieß es. Im Deutschlandmittel seien rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad ermittelt worden. Am wärmsten war es diesen Sommer im Saarland mit im Mittel 21,3 Grad.
Den Temperaturrekord stellte dieses Jahr Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt auf: Am 27. Juni wurden dort 41,8 Grad gemessen. Auch einen Nacht-Rekord gab es diesen Sommer: Im sächsischen Kubschütz sank die Temperatur in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni nicht unter 29,4 Grad.
Wie steht es um die Trockenheit?
Ausgetrocknete Böden, wenig Wasser in Flüssen und zahlreiche Waldbrände: Die Trockenheit machte sich vielerorts bemerkbar. Der Sommer 2026 war in der Fläche «deutlich zu trocken», lautet auch die vorläufige Bilanz des DWD.
So wurden mit rund 171 Litern Niederschlag pro Quadratmeter nur knapp 72 Prozent des Solls von 239 Litern pro Quadratmeter erreicht. «Nach einem zu trockenen Juni erhöhte vor allem der markant niederschlagsarme Juli das Defizit. Auch der August brachte nur regional Entlastung», erklärten die Meteorologen.