Nebenklage sorgt im Block-Prozess mit Bemerkung für Aufsehen
Autor: dpa
, Montag, 26. Januar 2026
Ein Kinderpsychologe hat Christina Block, die ihre Kinder in Dänemark jahrelang nicht sehen konnte, oft beraten. Seine Aussage vor dem Landgericht missfällt der Nebenklage.
Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat eine Äußerung des Nebenklage-Vertreters über einen Kinderpsychologen für Aufregung gesorgt. «Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat», rief Philip von der Meden, der Blocks Ex-Mann Stephan Hensel vertritt, während der Befragung des 54-Jährigen vor dem Landgericht in Hamburg.
Der Zeuge aus Bremen hatte früher die angeklagte Mutter Christina Block beraten, nachdem der Vater die beiden jüngsten Kinder des Paares im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch in Dänemark nicht mehr nach Hamburg zurückgebracht hatte und ein jahrelanger Sorgerechtsstreit gefolgt war. Er ist nach seinen Worten auf die Beratung von «Trennungseltern» spezialisiert.
Die Bemerkung von der Medens sorgte für Verärgerung bei mehreren Verteidigern, einer bezeichnete eine solche Aussage in Anwesenheit des Zeugen als «unverschämt».
Mutter suchte Rat beim Psychologen
Der Kinderpsychologe hatte zuvor über Gespräche mit der Mutter berichtet. Er habe ihr erklären sollen, wie es sein könne, dass die Kinder sagen, sie habe sie geschlagen, obwohl das nicht stattgefunden habe, sagte der Zeuge am 32. Prozesstag. Er habe ein Gespräch mit der zweitältesten Tochter geführt, die noch bei der Mutter lebt. Aussagen der anderen drei Block-Kinder, die beim Vater in Dänemark wohnen, habe er sich lediglich in Akten anschauen können.
Nur wenige Wochen bevor die beiden jüngsten Kinder 2021 beim Vater blieben, war die älteste Tochter freiwillig zu ihrem Vater gezogen. Christina Block hatte danach jahrelang so gut wie keinen Kontakt zu diesen drei Kindern.
Zeuge hat Erinnerungslücken
Er habe ein Konzept für die Unternehmerin erarbeitet, wie sie sich verhalten solle, wenn die beiden jüngsten Kinder eines Tages wieder zurück zu ihr kommen sollten, sagte der Kinderpsychologe. Nach seiner Wahrnehmung habe Frau Block immer versucht, den rechtlich korrekten Weg zu gehen. Eine Aktion, wie sie dann in der Silvesternacht 2023/24 stattgefunden habe, sei in Gesprächen mit ihm aber nie Thema gewesen. «Wer das in Auftrag gegeben hat, hat den Kindern keinen Gefallen getan», sagte er.
Für seine Einschätzungen und Beratungen habe er auf Honorarbasis weit mehr als 100 Arbeitsstunden in den Fall investiert. Wie viel Geld er genau bekommen habe, konnte der Zeuge eigenen Angaben zufolge nicht beantworten. Medienberichte, er habe angeblich für ein einziges Gutachten 40.000 Euro erhalten, gehörten aber «tief in das Reich der Märchen», betonte der 54-Jährige.