Was ist digitale Gewalt und was kann man dagegen tun?
Autor: Anne-Beatrice Clasmann, dpa
, Freitag, 06. März 2026
Nacktbilder im Netz, heimliche Standortüberwachung: Digitale Gewalt trifft vor allem Frauen und bleibt für Täter oft folgenlos. Wie Betroffene sich schützen können – und was sich ändern soll.
Die Bundesregierung plant ein Gesetz gegen digitale Gewalt, damit herabwürdigende Bilder schneller aus dem Netz verschwinden und Täter wirksam bestraft werden. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will noch in diesem Frühjahr einen Entwurf vorlegen.
Was steckt hinter diesem Phänomen, das für die Betroffenen oft gravierende Folgen hat? Die wichtigsten Fragen und Antworten:
Was ist digitale Gewalt?
Darunter versteht man alle Formen von Belästigung, Bedrohung oder Missbrauch, die mithilfe digitaler Technologien oder Medien ausgeübt werden - im Internet, in sozialen Netzwerken, Messenger-Diensten per E-Mail oder auf anderen digitalen Plattformen. Digitale Gewalt zielt häufig darauf ab, Betroffene bloßzustellen oder einzuschüchtern.
Neben verhetzenden oder diskriminierenden Äußerungen zählen dazu unter anderem Doxing, unerwünschte Nachrichten mit sexuellem Inhalt, digitale Überwachung, sogenannte Deepfakes, Cybermobbing und Cyberstalking. Auch die digitale Veröffentlichung privater Nacktaufnahmen durch rachsüchtige Ex-Partner ist ein typisches Phänomen.
Was sind Deepfakes?
Manipulierte oder KI-generierte Bilder, Audios oder Videos. Ein Deepfake-Video kann etwa einen Politiker zeigen, der etwas ausspricht, was er nie gesagt hat. Sexualisierte Deepfakes sind manipulierte Aufnahmen, die Menschen ohne ihre Einwilligung in pornografischen Szenen darstellen. Betroffen von diesen gefälschten Inhalten, die täuschend echt wirken, sind meist Frauen, oft Prominente.
Was ist Doxxing?
Unter Doxxing (auch Doxing geschrieben) versteht man die unerlaubte Online-Veröffentlichung privater Daten, etwa der Wohnadresse oder Telefonnummer. Je nach Kontext kann das für die Betroffenen eine erhebliche Belastung sein.
Wie funktioniert Cyberstalking?
Durch das unerlaubte Installieren einer App auf dem Handy des Opfers. So können etwa Standortdaten überwacht werden. Oder jemand platziert heimlich ein kleines Bluetooth-Ortungsgerät in der Jacke oder der Handtasche der betroffenen Person, die sich dann zum Beispiel fragt, weshalb eine bestimmte Person ständig vermeintlich zufällig dort auftaucht, wo man sich selbst gerade aufhält. Anders als bei einigen anderen Formen der digitalen Gewalt ist hier ein gewisses Nähe-Verhältnis Voraussetzung. Täter sind vor allem Partner und Ex-Partner.