Klimawandel heizt Waldbrände in Südwesteuropa weiter an
Autor: den dpa-Korrespondenten
, Mittwoch, 22. Juli 2026
Hitzewellen und ausgetrocknete Vegetation bieten Flammen in Spanien, Frankreich und weiteren Ländern reichlich Nahrung. Was Experten zur Entwicklung und den Ursachen der Brände sagen.
In Spanien und Frankreich ist die Feuerwehr gegen immer neue Waldbrände im Dauereinsatz. Die Flammen breiten sich auf riesigen Flächen aus. Wetterlagen mit anhaltender Trockenheit und Hitze, die wegen des Klimawandels häufiger werden, begünstigen oft in Kombination mit starkem Wind den Ausbruch der Feuer. Leider aber haben bei vielen der Brände auch zündelnde Menschen die Hand im Spiel.
Warum gibt es derzeit so viele Waldbrände in Frankreich und Spanien?
Ein wichtiger Grund für die außergewöhnlich heftige Waldbrandsaison ist in Spanien nach Einschätzung von Experten die Wetterentwicklung der vergangenen Monate. Der ungewöhnlich regenreiche Winter und das feuchte Frühjahr ließen in vielen Regionen Gräser, Sträucher und Unterholz stark wachsen. Diese zusätzliche Vegetation ist inzwischen durch Hitzewellen und ausbleibenden Niederschlag weitgehend ausgetrocknet.
Die große Menge an trockener Biomasse wirkt nun wie Zunder und bietet den Flammen reichlich Nahrung. Dadurch breiten sich Brände deutlich schneller aus. Verstärkt wird dies oft durch starke Winde, die Funken über weite Strecken tragen und neue Brandherde entstehen lassen. Auch in Frankreich begünstigt die anhaltende Trockenheit, in Kombination mit inzwischen drei Hitzewellen, den Ausbruch von Bränden.
Sind diese Brände schlimmer als in den Vorjahren?
Seit Jahresbeginn sind in Spanien nach Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) bereits mehr als 115.000 Hektar Land verbrannt. Das entspricht mehr als dem Doppelten der Fläche, die im gleichen Zeitraum des Vorjahres zerstört wurde. Allerdings erreichte die Brandsaison 2025 ihren Höhepunkt erst Anfang August: Innerhalb weniger Tage schnellte die verbrannte Fläche von knapp 50.000 Hektar Ende Juli auf etwa 380.000 Hektar nach oben.
In Frankreich sind seit Jahresbeginn schon mehr als 40.000 Hektar Naturfläche von Bränden zerstört worden, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum oder im besonders von Bränden geprägten Jahr 2022. Frankreich erlebe die umfangreichsten Waldbrände seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Präsident Emmanuel Macron vor wenigen Tagen.