Rettungsversuch für Buckelwal frühestens am Samstag
Autor: Helmut Reuter, Lea Albert (Wort) und Philip Dulian (Foto), dpa
, Freitag, 17. April 2026
Seit 18 Tagen liegt der Buckelwal fest – Helfer setzen alles daran, das Tier mit einer aufwendigen Aktion aus der Bucht vor Poel zu retten. Wie es dem Wal aktuell geht und wie die Pläne aussehen.
Am Abend ist es ruhig geworden um den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal. Das Tier lag ohne größere Bewegungen im Wasser. Am Nachmittag waren noch Helfer in Schutzanzügen durch bauchtiefes Wasser gewatet - andere befeuchteten den Körper des tonnenschweren Buckelwals immer wieder mit nassen Tüchern. Ab und an waren auch Möwen auf dem Wal gelandet.
Auch am zweiten Tag lief die private Rettungsaktion des gestrandeten Buckelwals auf Hochtouren. Der geplante Rettungsversuch startet frühestens am Samstag. Am Freitag sei mit den Probespülungen begonnen worden, sagte der Chef des von der privaten Initiative beauftragten Tauchunternehmens, Fred Babbel. «Dann bringen wir alles auf Position, dass alles abendfest gemacht wird, und dann geht's morgen früh weiter.»
Zuvor war am Nachmittag eine große Palette mit einer Plane in den Hafen von Kirchdorf gebracht worden. Der große Meeressäuger soll laut Rettungsinitiative auf einer Plane transportiert werden. Wann genau die Rettung nun beginnt, ist weiter unklar. Beim Zeitplan müsse man sich nach dem Befinden des Tieres richten, sagte eine Mitarbeiterin aus dem Team der privaten Initiative.
Schwimmplattform jetzt nahe beim Wal
Ein Schwimmbagger hatte den Hafen von Kirchdorf auf der Insel am Mittag verlassen und am frühen Nachmittag auf dem Meer in der Nähe des großen Meeressäugers Position bezogen. Dieser liegt in einer Bucht der Insel.
Am Morgen hatte der Buckelwal mit heftigen Bewegungen auf einen sich nähernden Taucher reagiert. Das Tier schlug heftig mit der Schwanzflosse, der Fluke, und drehte sich um beinahe 90 Grad, wie in Livestreams zu sehen war. Nach wenigen Minuten beruhigte sich der Wal wieder und lag erneut still im Wasser. Später fuhren die Helfer erneut mit einem Boot zum Wal und erneuerten die nassen Tücher auf dem Rücken des Wals, wie auf Livestreams von Medien zu sehen war.
Am Vormittag waren auch Mitarbeiter des Umweltministeriums und des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) mit einem Polizeischlauchboot zum Wal hinausgefahren.
Schaulustige und Kamerateams vor Ort
Die Vorbereitungen für die erneute Rettungsaktion für den gestrandeten Wal vor Poel nahe Wismar hatten bereits am Vormittag Fahrt aufgenommen. Helfer hatten eine große Arbeitsplattform an der Kaimauer am Hafen von Kirchdorf vorbereitet, auf der unter anderem Schläuche, eine Pumpe, ein mobiler Kran und Arbeitsgerät standen. Auch mehrere kleine Schwimmpontons lagen an Land bereit.