Viel Schwarz-Rot-Gold: Heino nach Hymnen-Streit bejubelt
Autor: Monika Wendel, dpa
, Sonntag, 29. März 2026
Schwarz-Rot-Gold, Feuerwehrmänner und ein Hymnen-Streit: Heino wird in Brandenburg bejubelt. Bei seinem Konzert geht es um mehr als Musik.
Deutschlandfahnen, Heino-Rufe und alte Hits: Im brandenburgischen Bad Belzig wird der 87 Jahre alte Schlager- und Volksmusikstar bejubelt. Bei seinem Auftritt in dem kleinen Kurort geht es am Samstagabend um den blauen Enzian und Rosamunde, wie seine Titel heißen, - aber vor allem um einen Fall, der polarisiert.
Der Feuerwehrmann Richard Münder aus Bad Belzig hat wegen der geächteten ersten Strophe des Deutschlandlieds bei Feuerwehrmeisterschaften in Sachsen seine Ämter verloren. Heino kritisiert den Rauswurf. Er reist deshalb während seiner Solotour «Made in Germany» zum Solidaritätskonzert in das 11.000-Einwohner-Städtchen.
Die rund 800 Besucher tanzen zu «Karamba, Karacho, ein Whiskey» und «Die schwarze Barbara». Heino löst in der Mehrzweckhalle zeitweise Bierzelt-Atmosphäre aus.
«Layla» wird gespielt
Bei dem wegen Sexismusvorwürfen umstrittenen Partylied «Layla» («Ich hab ′n Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler») jubeln die Zuhörer, unter denen auch Schlagersängerin Melanie Müller ist. Sie geriet zuletzt wegen einer Verurteilung wegen Zeigens des Hitlergrußes in die Schlagzeilen.
Der Cottbuser AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Schieske schreibt nach dem Konzert bei Instagram: «Es war genau die Mischung, die man gebraucht hat.» Es habe sich wie eine große Gemeinschaft angefühlt.
Heino-Manager: Flagge zeigen für Feuerwehrmann
Heinos Manager Helmut Werner sagt: «Es ist wichtig, dass wir heute hier sind und Flagge zeigen und uns hier einmischen.» Der Feuerwehrmann habe eine zweite Chance verdient.
Feuerwehrsportler etwa aus Sachsen und Thüringen sind gekommen und sagen, die Bestrafung Münders sei zu hart. Ganz anders der Deutsche Feuerwehrverband: Er bleibt dabei, Münder als Wettkampfrichter von allen Funktionen zu entbinden.