US-Ebola-Patient soll in Deutschland behandelt werden
Autor: dpa
, Dienstag, 19. Mai 2026
Die Fallzahlen im Ebola-Ausbruch im Kongo steigen rasant. Ein dort mit dem Virus infizierter US-Amerikaner soll in Deutschland versorgt werden.
Ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Patient soll in Deutschland behandelt werden. Die US-Behörden hätten die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung gebeten, teilte das Gesundheitsministerium in Berlin mit.
Der Patient hat sich im Zuge eines Ausbruch des tödlichen Ebola-Fiebers in der Demokratischen Republik Kongo infiziert, der sich alarmierend rasch ausweitet. Das kongolesische Gesundheitsministerium meldete bereits 513 Verdachtsfälle und 131 vermutete Todesfälle.
Derzeit werden Vorkehrungen getroffen, um den US-Bürger in Deutschland aufzunehmen und zu behandeln. Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte mit, der Infizierte habe im Kongo gearbeitet und sei am Wochenende positiv getestet worden. US-Medien zufolge soll es sich bei dem Infizierten um einen Arzt handeln. Auch eine christliche Missions-Organisation teilte mit, dass sich ein US-amerikanischer Mediziner beim Behandeln in einem Krankenhaus im Kongo infiziert habe.
Vorerst keine Angaben zum Behandlungsort
Wegen der kürzeren Flugzeiten und der Erfahrungen bei der Versorgung von Ebola-Patienten solle der Mann nach Deutschland verlegt werden – ebenso wie sechs Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko. Zu ihrer Nationalität wurden keine Angaben gemacht.
Zum Behandlungsort in Deutschland gab es zunächst keine Informationen. Das Bundesgesundheitsministerium erläuterte allgemein, für das Management und die Versorgung von Patienten mit Krankheiten durch hochpathogene Erreger gebe es ein bundesweites Expertennetzwerk.
WHO-Notfallausschuss tagt zu Ebola
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Notfallausschuss einberufen. Die mit der Krankheit vertrauten unabhängigen Expertinnen und Experten wollen Empfehlungen ausarbeiten, wie mit der Notlage umgegangen werden soll, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Verantwortlich für den Ausbruch ist die seltene Bundibugyo-Variante des Virus, für die es weder Impfstoff noch Therapie gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region Zentral- und Ostafrika gilt als hoch.
Normalerweise tagt der Ausschuss, sobald sich eine Bedrohung abzeichnet. Der WHO-Chef wartet in der Regel auf den Rat des Ausschusses, ob eine Notlage erklärt werden soll. Es sei das erste Mal gewesen, dass er dies ohne den Ausschuss getan habe, so die WHO. Dies, weil Tedros die Lage als so dringlich betrachtete, dass er nicht warten wollte. Nach Angaben von Anne Ancia, der WHO-Vertreterin im Kongo, prüfe man jetzt, welche Impfstoffkandidaten verfügbar seien, um zu evaluieren, ob ein Impfstoff für die Bundibugyo-Variante auf die Schnelle zur Verfügung gestellt werden könne.