Gegen 12.10 Uhr sei der Flieger mit der Flugnummer XR456 dann «sehr pünktlich» in Nürnberg gelandet. «Wir hatten in diesem Zeitraum, also innerhalb dieser Stunde, den Airport aus Sicherheitsgründen erst mal abgesperrt mit einem Großaufgebot von Polizeieinsatzkräften», sagte Petzold. Schließlich sei Entwarnung gegeben worden, allen Insassen gehe es gut.
Seelsorge im Flughafen
Die Passagiere verließen nach Worten von Flughafen-Geschäftsführer Michael Hupe über Treppen die Maschine und wurden mit Bussen ins Terminal gebracht. «Dort sind sie von unserem sogenannten SAT-Team, das ist ein Team, was speziell für solche Notfälle ausgebildet ist, also auch mit Seelsorge und so weiter, in Empfang genommen worden», sagte Hupe. «Für Passagiere, die einen entsprechenden Ansprechpartner brauchen, die eine psychologische Betreuung brauchen, stehen wir dann zur Verfügung. Wenn es nicht der Fall ist, gehe ich davon aus, dass die relativ schnell dann hier nach draußen entlassen werden.»
Start und Landung im Plan
Wie der Flughafen-Geschäftsführer berichtete, war der Flugverlauf des Linienfliegers von Korfu aus unauffällig. «Sowohl Start als auch Landung waren planmäßig.» Das Flugzeug sei nach der Landung aber zunächst auf einem weit abgelegenen Vorfeldplatz abgestellt worden, um sicherzugehen, dass kein Entführungsfall vorliegt. Feuerwehr und Polizei seien mit Blaulicht angerückt. «Das wird jedem, der am Fenster sitzt, schon auffallen», sagte Hupe.
Erst als nach Polizeiangaben klar war, dass keine Gefahr besteht, durften die Passagiere das Flugzeug verlassen. An dem Einsatz waren auch Spezialkräfte beteiligt. Genaue Zahlen zu den Kräften wurden zunächst nicht bekannt.
Zuvor Beeinträchtigung wegen möglicher Drohnensichtung
Am frühen Morgen hatte es bereits eine mögliche Drohnensichtung am Flughafen Nürnberg gegeben. Drei Piloten hatten unabhängig voneinander beim Start- oder Landevorgang ein Objekt gemeldet, bei dem es sich möglicherweise um eine Drohne gehandelt haben könnte, wie die Polizei mitteilte.
Die Grenzpolizeiinspektion Nürnberg-Flughafen leitete in Abstimmung mit dem Albrecht-Dürer-Airport und der Deutschen Flugsicherung umgehend Such- und Detektionsmaßnahmen ein. Dabei kam unter anderem ein Polizeihubschrauber zum Einsatz; allerdings konnte keine Drohne gefunden werden.
Während des ersten Einsatzes kam es zeitweise zu Beeinträchtigungen des Flugbetriebs. Nach Angaben eines Flughafensprechers waren sechs Flüge verspätet - zwei Ankünfte und vier Abflüge. Zudem mussten zwei ankommende Maschinen vorsorglich nach Köln und Prag ausweichen, konnten ihren Flug nach Nürnberg danach jedoch fortsetzen.
Zwischen den beiden Vorfällen gebe es aber nach ersten Erkenntnissen «überhaupt keine Verbindung», sagte ein Polizeisprecher vor Ort.