Toter Wal bei Dänemark: Ist es der Ostsee-Buckelwal?
Autor: Miriam Arndts und Marek Majewsky, dpa
, Freitag, 15. Mai 2026
Vor der Küste der dänischen Insel Anholt treibt ein toter Wal im Meer. Es steht die entscheidende Frage im Raum: Ist es das zuvor in der Ostsee gestrandete Tier?
Hat der vor der deutschen Ostseeküste gestrandete Buckelwal noch eine Lebenschance oder wurde sein Kadaver nun gefunden? Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden, bei dem nicht ausgeschlossen wird, dass es sich um den oft «Timmy» oder «Hope» genannten Buckelwal handelt. Der Meeressäuger liege etwa 75 Meter vor der Küste und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen.
Eine Bestätigung, dass es sich um den Wal handelt, der seit Ende März fünfmal an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandet war und Anfang Mai in den Skagerrak (Nordsee) transportiert wurde, gab es zunächst nicht. Es seien keine deutlichen Merkmale festgestellt worden, die bestätigen könnten, dass es sich um dieses Tier handle, teilte die Umweltbehörde Ritzau zufolge mit. «Andererseits kann diese Möglichkeit zu diesem Zeitpunkt auch nicht ausgeschlossen werden», hieß es demnach.
Am späten Nachmittag wurde der Kadaver von einer Tierärztin des privaten Teams begutachtet, das «Timmy» oder «Hope» in die Nordsee gebracht hatte. Ein klares Ergebnis habe auch diese Begutachtung nicht gebracht, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit. «Morgen sollen weitere Untersuchungen erfolgen.»
Nach Experten-Einschätzung handelt es sich bei dem vor Anholt gestrandeten Meeressäuger vermutlich um einen Buckelwal, der etwa so groß ist wie der «Timmy» genannte Wal. Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, dass ein Stück aus der Schwanzflosse abgetrennt worden sei, das nach Deutschland gebracht werden solle. Abildstrøm hatte den gestrandeten Wal aus direkter Nähe inspiziert, als dem toten Tier die Gewebeprobe entnommen wurde.
Fluke und Haut des Buckelwals können Hinweise zur Identität geben
Sollte es sich bei dem vor der dänischen Insel Anholt gestrandeten toten Wal tatsächlich um den Wismarer Buckelwal handeln, hoffen Experten des Deutschen Meeresmuseum auf eine Untersuchung des Tieres. «Es geht darum, Erkenntnisse für künftige Strandungen und Rettungsaktionen zu gewinnen», sagte eine Sprecherin des Museums am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.
Erste Aufschlüsse über die Identität könnte bereits die Haut des vor der dänischen Insel entdeckten toten Tieres geben. Es gebe ja verschiedene Strukturen der Haut, die bereits aufgefallen seien. Auch habe das Tier eine erkennbare Schramme beziehungsweise Beschädigung der Hautoberfläche gehabt, die von einer Schiffsschraube verursacht worden sein könne.
Fotos können helfen
Um festzustellen, ob es sich bei dem in Dänemark gefundenen Kadaver um den zuvor in Deutschland gestrandeten Wal handelt, könnten Fotos helfen. Nach Angaben der privaten Rettungsinitiative, die den Wal in einem Lastschiff Richtung Nordsee gebracht hatte, wurde ein Foto von der Fluke - der großen Schwanzflosse des Tieres - gemacht, das als Foto-ID in entsprechende Datenbanken einfließen solle.