Studie: Cybermobbing nimmt weiter zu - Schule ist Tatort
Autor: Yuriko Wahl-Immel,dpa
, Dienstag, 13. Oktober 2026
Mobbingattacken im Netz haben laut einer Studie weiter zugenommen. Die Folgen gerade für Kinder und Jugendliche können gravierend sein. Schon in der Grundschule geht es los. Wird es mit KI schlimmer?
Unter einem heimlich im Schwimmunterricht aufgenommenen Foto eines Drittklässlers steht «fettes Schwein», in eine pornografische Darstellung ist das Gesicht einer Jugendlichen hineingefälscht: Schockierende Beispiele für Schikane im Netz, die einer neuen Studie zufolge weiter zunimmt und für betroffene Kinder und Jugendliche katastrophale Folgen haben kann, wie das Bündnis gegen Cybermobbing berichtet.
Ein Anstieg seit Jahren und ein «Weckruf» zum Gegensteuern
Es sei davon auszugehen, dass aktuell fast 2,4 Millionen Schülerinnen und Schüler bundesweit von Angriffen im Netz betroffen sind, schildert das Bündnis bei Vorstellung seiner repräsentativen Befragung in Berlin. Das sei erneut ein Anstieg im Vergleich zur vorherigen Untersuchung 2024 und eine anhaltend negative Entwicklung seit der ersten Erhebung 2013, betont Uwe Leest, Mitautor der Studie.
Es gehe öfter auch schon im Grundschulalter los. Die Angriffe laufen demnach vor allem über WhatsApp, TikTok, Snapchat, Instagram, Gaming-Plattformen oder in Chatrooms. Cybermobbing bedrohe die mentale Gesundheit einer ganzen Generation, heißt es im Bericht «Cyberlife».
Das Internet sei allgegenwärtig, es gebe keine verlässlichen Schutzräume, die Angriffe verfolgten die Kinder und Jugendlichen rund um die Uhr und in alle Lebensbereiche hinein. Trotzdem werde die Problematik weiterhin unterschätzt, kritisiert der Verein, spricht von einem «dringenden Weckruf zum Handeln».
Tatort ist fast immer die Schule
Gut 1.100 Eltern, über 700 Lehrkräfte und 4.525 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 7 und 20 Jahren in Grundschulen, weiterführenden Schulen und Berufsschulen waren zwischen März und Juli online befragt worden.
Eine gestiegene Zahl von 20,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler (2024 waren es 18,5 Prozent) gab an, Ziel eines Cybermobbing-Angriffs gewesen zu sein. Hochgerechnet sind das dem Bündnis zufolge fast 2,4 Millionen junge Betroffene.
Und zur Häufigkeit gefragt, sagten diesmal 24 Prozent, dass sie täglich Cybermobbing ausgesetzt seien, 35 Prozent erlebten das nach eigener Aussage «einmal oder mehrmals pro Woche» und 41 Prozent «seltener».