Nürnberger Gastronomin forderte Boxkampf
Vor kurzem fanden Erfurter Forscher allerdings Hinweise, dass der älteste Bratwurststand möglicherweise in Thüringen liegt. In einer Urkunde von 1269 sei von einer Hütte und einem Bräter an der bekannten Krämerbrücke die Rede, teilten der Projektleiter Welterbe der Thüringer Landeshauptstadt, Martin Sladeczek, und der emeritierte Historiker Karl Heinemeyer mit. Die Urkunde wurde durch Zufall bei Nachforschungen über die Geschichte der Brücke gefunden.
Die Entdeckung ging durch die Medien. Schließlich forderte die Nürnberger Gastronomin Sofia Hilleprandt das Bratwurstmuseum zu einem Kampf um die Wurst mit Fäusten heraus - mit einem Augenzwinkern. Nun gibt es eine Entscheidung.
Söder und Voigt witzeln über Wettessen
Zwischenzeitlich hatten sich auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) in den Streit eingeschaltet. Beide witzelten in einem gemeinsamen Interview über ein mögliches Bratwurst-Wettessen.
«Mario wäre sicher ein harter Gegner gewesen», hatte Söder in einem Gespräch mit der Verlagsgruppe Hof, Coburg, Suhl, Bayreuth (HCSB) gesagt. Voigt erwiderte, dass er sich den Wettbewerb zutraue, schließlich habe er im Wahlkampf-Sommer vergangenes Jahr 104 Bratwürste gegessen.
Das Bratwurstmuseum signalisierte am Rande des Boxkampfes Bereitschaft, den Wettbewerb auszutragen. «Markus, Mario, wir haben geliefert», schallte es bei der Siegerehrung aus dem Ring.
Auch Streit um Ursprung der Currywurst
Der Bratwurststreit zwischen Nürnberg, Regensburg und Erfurt ist nicht der einzige. So wird beispielsweise der Ursprung der Currywurst in verschiedenen deutschen Städten verortet, etwa in Berlin, Hamburg oder Duisburg.
Grob oder fein, mit Majoran oder Knoblauch, mit und ohne Kümmel: Es gibt unzählige Bratwurstvarianten in Deutschland. Nördlich des Thüringer Kümmel-Äquators kann sich das Gewürz in den Würsten finden, südlich eher nicht.
Aus Thüringen soll die älteste Bratwurst kommen. Im Jahr 1404 wurde in Arnstadt «1 Groschen für Bratwurstdärme» ausgegeben, wie aus einem Rechnungseintrag eines Klosters hervorgeht. Aus Sicht von Thomas Mäuer vom Deutschen Bratwurstmuseum ist diese Rechnung der erste Nachweis für die Bratwurst überhaupt.