Ermittlerin im Block-Prozess: Aussagen der Kinder glaubhaft
Autor: dpa
, Donnerstag, 25. Juni 2026
Im Block-Prozess befragen die Verteidiger die Hauptermittlerin. Sie wollen wissen: Könnte der Vater die Aussagen der Kinder beeinflusst haben? Zudem bestimmt ein hitziger Streit den Prozesstag.
Im Block-Prozess hat die Hauptermittlerin die Aussagen der Kinder bei der Polizei als glaubhaft bezeichnet. «Es wirkte glaubhaft, was die Kinder erzählt haben», sagte die Zeugin vor dem Landgericht Hamburg zu den Befragungen, die die Ermittler zu der Entführung in der Silvesternacht 2023/24 führten.
Verteidiger David Rieks hatte zuvor von der Kriminalbeamtin wissen wollen, ob sie sich bei den unterschiedlichen Vernehmungen im Jahr 2024 bewusst gewesen sei, dass sich die Kinder in einem «Loyalitätskonflikt» befunden haben könnten. Das sei bei Kinderzeugen immer so, entgegnete die 44-Jährige.
Sie habe die Kinder bei ihren Antworten aber nicht gefragt, ob sie nach der Rückkehr nach Dänemark eventuell von der Seite des Vaters beeinflusst worden seien. «Das setzt die Kinder wahnsinnig unter Druck», erklärte die Frau. Sie habe den Jungen (damals 10) und seine Schwester (13) darauf hingewiesen, dass sie nur das erzählen sollten, was sie selbst erinnern. Sie habe dem Vater und seiner neuen Ehefrau zudem mitgeteilt, dass sie den Kindern beispielsweise keine Lichtbilder aus den Akten zeigen sollten.
Angeklagte Block beteuert ihre Unschuld
Der Unternehmerin Christina Block wird vorgeworfen, nach einem eskalierten Sorgerechtsstreit einer israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Ex-Mannes Stephan Hensel in Dänemark erteilt zu haben. Die 53-Jährige ist die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block. Sie bestreitet die Vorwürfe der Anklage.
Es gibt in dem aktuellen Prozess insgesamt sieben Angeklagte. Darunter ist auch Blocks Lebensgefährte, der Ex-Sportmoderator Gerhard Delling. Die Kinder waren in der Silvesternacht 2023/24 in ein Auto gezerrt, erst nach Süddeutschland und dann nach Hamburg gebracht worden. Gegen weitere Beschuldigte in dem Fall wird ermittelt. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.
Dellings Anwalt Rieks nannte der Ermittlerin ein Beispiel aus den schriftlich vorliegenden Aussagen des Sohnes. Anfang Januar 2024 habe der Junge noch gesagt, er wisse nicht, in welcher fremden Sprache die mutmaßlichen Entführer gesprochen hätten, sagte der Verteidiger. Im Oktober 2024 bei einer längeren Vernehmung habe das Kind dann erzählt, sie hätten «Israelisch» gesprochen. «Ich weiß, wie sich das anhört», soll der Junge gesagt haben. Die Männer hätten alle den gleichen «Entführungsjob» und seien von einer Firma gewesen, die seine Mutter engagiert habe.
Ob ihr aufgefallen sei, dass sich diese Aussage verändert habe, wollte Rieks wissen. Das zeigten ja die vielen Nachfragen der Ermittler auf diese Äußerung, sagte die Beamtin. Doch sie wüssten nicht, woher er das habe. Solche Informationen könnten auf verschiedenen Wegen - etwa aus dem Fernsehen - zu dem Jungen gelangt sein.