Seltener Besucher: Junger Elch streift durch Niedersachsen
Autor: dpa
, Freitag, 11. Sept. 2026
Ein Elch tappt im Wendland vor eine Wildkamera. Der junge Bulle könnte auf der Suche nach einem neuen Revier oder einer Partnerin sein.
Ein junger Elchbulle ist in Niedersachsen im Landkreis Lüchow-Dannenberg von einer Wildkamera aufgenommen worden. Das Tier sei am 8. September in einem Staatsforst im Osten Niedersachsens gesichtet worden, teilte Kreisjägermeister Rüdiger Schulz mit. Besonders sei die Sichtung vor allem, weil Elche seit rund 200 Jahren aus dem westlichen Bundesgebiet verschwunden seien, wie der Kreisjägermeister sagte. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.
Der genaue Ort der Sichtung werde zum Schutz des Bullen nicht genannt. Nach Schätzung des Experten wiegt der junge Bulle rund 350 Kilogramm und hat eine Schulterhöhe von etwa 1,70 Metern.
Hinweise auf weitere Elche in der Region gebe es nicht. Die Tiere seien üblicherweise Einzelgänger. Da derzeit die Brunft beginne, könne der junge Bulle auf der Suche nach Elchkühen sein. Möglich sei aber auch, dass er nach einem neuen Revier suche.
Grundsätzlich sind Elche friedlich – können aber aggressiv werden
In Deutschland gesichtete Elche wandern Schulz zufolge meist aus Polen und teilweise auch aus Tschechien ein. Eine dauerhafte Ausbreitung in Niedersachsen hält der Kreisjägermeister für eher unwahrscheinlich, weil die natürlichen Voraussetzungen dafür nicht optimal seien.
Grundsätzlich seien Elche friedlich. Während der Brunft oder wenn sie sich bedrängt fühlten, könnten sie jedoch sehr aggressiv werden. Wer das Tier sieht, sollte daher Abstand halten, Ruhe bewahren, hektische Bewegungen vermeiden und sich langsam zurückziehen.
Wilde Elche sind in Deutschland vor allem im Osten als Durchzügler unterwegs – die meisten Tiere wandern aus Polen ein, wo die Population rund 30.000 Tiere umfasst. Sie schwimmen durch die Oder und erreichen zunächst Brandenburg, das als wichtigstes Bundesland für Elchwanderungen gilt. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern werden immer wieder Einzeltiere gesichtet. Eine dauerhafte Population hat sich bislang nirgends etabliert – Experten halten eine solche langfristig aber zumindest in Brandenburg für möglich.