Schwimmenlernen boomt - warum aber ein Wermutstropfen bleibt
Autor: Thomas Strünkelnberg, dpa
, Sonntag, 26. April 2026
Vielen Kindern fällt das Schwimmenlernen schwer - das Wasser ist tief und der Beckenrand so weit weg. Trotzdem: Selten in den letzten Jahren haben es so viele Menschen gelernt. Doch da ist ein Haken.
Die ersten Schwimmzüge kosten viele Kinder Überwindung. Und dann noch ins tiefe, manchmal kalte Wasser springen - bei manchen heißt es dann eher: nein, lieber nicht. Dennoch: So viele Menschen wie selten haben bundesweit im vergangenen Jahr schwimmen gelernt, auch viele kleine Schwimmanfänger.
2025 seien bundesweit 96.471 erfolgreiche Prüfungen für die Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold abgenommen worden, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit. «Dieses Ergebnis haben wir in den vergangenen 20 Jahren nur einmal übertroffen», sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. 2024 waren es 95.273 Abzeichen.
Anstieg bei silbernen und goldenen Abzeichen
Die DLRG-Lebensretter gehen davon aus: Wer ein Schwimmabzeichen erwirbt, weist damit nach, sicher schwimmen zu können. Und das gilt bereits mit dem Schwimmabzeichen Bronze, auch als Freischwimmer bekannt: Das Abzeichen wurde im vergangenen Jahr 45.030-mal vergeben - ein Jahr zuvor waren es noch 45.283 Bronze-Abzeichen.
Nach DLRG-Angaben ist ein wesentliches Kriterium für den Freischwimmer das ausdauernde Schwimmen - genauer gesagt müssen Aspiranten unter anderem mindestens 15 Minuten lang pausenlos schwimmen, ohne sich festzuhalten.
Gefragter als 2024 waren im vergangenen Jahr die silbernen und goldenen Schwimmabzeichen: Insgesamt absolvierten 20.168 Menschen die Prüfung für das Abzeichen in Gold, nach 19.823 ein Jahr zuvor. 31.280 Menschen wiederum legten die Prüfung für das Silber-Schwimmabzeichen ab. 2024 waren es noch 30.167.
In Niedersachsen absolvierten im vergangenen Jahr 6.825 (2024: 7.740) Menschen die Prüfung für das Bronzeabzeichen, das Abzeichen in Silber erhielten 4.660 (4.831) Menschen und Gold sicherten sich 2.882 (2.962) Schwimmer.
An der Spitze unter den Bundesländern lag allerdings das bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen mit 9.960 (9.627) Bronze-, 7.126 (6.901) Silber- und 5.395 (5.049) goldenen Abzeichen.