Schwerstverletzter Junge in Potsdam - illegale Kugelbombe?
Autor: Wilhelm Pischke und Andreas Rabenstein, dpa
, Freitag, 02. Januar 2026
Ein Zwölfjähriger wird durch Pyrotechnik schwer verletzt, vermutlich durch eine Kugelbombe. Der tragische Fall zeigt: Gefährlich ist nicht nur die Silvesternacht, sondern auch der Neujahrstag.
Ein zwölfjähriger Junge aus Potsdam ist am Neujahrstag vermutlich durch eine Kugelbombe massiv verletzt worden. Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) berichtete, der Junge habe schwere Verletzungen im Bauch, im Unterleib und im Gesicht an mindestens einem Auge und Ohr. Zudem seien beide Hände schwer geschädigt.
Bezogen auf die rechte Hand sagte die Direktorin der Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie am Unfallkrankenhaus Berlin, Leila Harhaus-Wähner, in der RBB-Abendschau: «Er hat im Grunde alle Finger samt Daumen verloren. Es steht nur noch die Mittelhand.» Diese sei so stark verletzt, dass mehrere weitere Operationen nötig sein werden.
Der Junge sei in einem kritischen Zustand eingeliefert worden, sagte ein Kliniksprecher. Alle Anzeichen sprächen für die Explosion einer sogenannten Kugelbombe.
Blindgänger aus der Silvesternacht?
Möglicherweise war der Feuerwerkskörper ein Blindgänger aus der Silvesternacht. Die Polizei in Potsdam berichtete, dass der zwölfjährige Junge am Nachmittag des Neujahrstages auf einem Sportplatz im Stadtteil am Stern einen «apfelsinengroßen Gegenstand» gefunden und diesen angezündet habe. Der Gegenstand sei daraufhin sofort explodiert und habe den Jungen schwer im Gesicht und an der Hand verletzt.
Aufgrund der lauten Explosion eilten andere Menschen zu dem Fußballplatz und leisteten Erste Hilfe. Der schwerstverletzte Junge wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Berliner Unfallkrankenhaus geflogen. Sein dreizehnjähriger Begleiter blieb unverletzt.
Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz
Die Polizei fand in Potsdam vor Ort Fragmente eines pyrotechnischen Knallkörpers und stellte diese sicher. «Ersten Erkenntnissen zufolge konnte bislang nicht rekonstruiert werden, welche Art und Umfang der Knallkörper ursprünglich, also vor dessen Detonation aufwies», sagte der Sprecher. Die Beamten ermitteln nun wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.
Bereits im vergangenen Jahr war ein siebenjähriger Junge in Berlin von einer Kugelbombe lebensgefährlich verletzt worden. Er wurde notoperiert. Zig Operationen folgten. Der Junge ist heute schwer gezeichnet und kämpft um seinen Weg zurück ins Leben.