«Schüsse und Schreie» - zwei Tote in Offenburg
Autor: Magdalena Henkel und Marco Krefting, dpa
, Montag, 06. Juli 2026
Mitten in einem ruhigen Wohngebiet in Offenburg fallen Schüsse. Eine Frau und der mutmaßliche Täter sind tot. Was ist passiert?
Schüsse hallen am Montagmorgen durch ein Wohngebiet im Nordosten von Offenburg. Ein toter Mann wird in der Hofeinfahrt eines Wohnhauses gefunden. Rettungskräfte kämpfen um das Leben einer schwer verletzten Frau - für sie kommt trotz Erste-Hilfe-Versorgung jedoch jede Hilfe zu spät und sie stirbt wenig später im Krankenhaus. Was ist passiert?
Gegen 8.00 Uhr morgens gehen bei der Polizei mehrere Notrufe ein - Anwohner haben Schüsse gehört. Vor Ort finden die ausgerückten Streifen den toten 33-Jährigen und die schwer verletzte 36-Jährige. In der Nähe des Tatorts entdecken Einsatzkräfte eine Waffe.
Tatverdächtiger selbst tot
Im Laufe des Tages verdichten sich die Erkenntnisse der Polizei. Bei dem toten Mann in der Hofeinfahrt handelt es sich demnach um den Tatverdächtigen selbst. Die Kriminalpolizei ermittelt seither in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Offenburg wegen des Verdachts, dass die Frau getötet worden sei. Hinweise darauf, dass weitere Personen an dem Geschehen beteiligt waren, gibt es den Angaben nach nicht. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden.
Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei handelt es sich bei dem 33 Jahre alten türkischen Staatsangehörigen um den Ex-Freund der Frau. Die 36-jährige Ukrainerin habe am Tatort in der Händelstraße gewohnt. Am Morgen soll der Tatverdächtige dort erst die Frau und dann sich selbst erschossen haben.
Solche Gewaltverbrechen werden auch als Femizid bezeichnet. Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden - also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner.
Tatverdächtiger nicht vorbestraft, aber polizeibekannt
Laut Polizei war der Tatverdächtige nicht vorbestraft, den Behörden jedoch wegen Beleidigung und Stalking-Vorwürfen bekannt. Den Ermittlungen zufolge hatte er mit dem Opfer eine Beziehung, die vor mehreren Monaten beendet wurde. Im Anschluss an die Trennung soll die Polizei unter anderem wegen gegenseitiger Anzeigen zu Beleidigung, übler Nachrede und Stalking involviert gewesen sein.
Stunden nach den Schüssen war der Tatort in der Händelstraße immer noch weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Streifenwagen sowie Kräfte des Verkehrsdienstes und Polizeihundeführer waren im Einsatz. Spezialisten der Kriminalpolizei untersuchten den Tatort akribisch nach Spuren, die Aufschluss über den genauen Tathergang geben sollen. Parallel dazu wurden Zeugen in der Nachbarschaft befragt.