Erneut Schließfächer in Bank geplündert - «Arg ist es schon»
Autor: Mirjam Uhrich und Kai Moorschlatt, dpa
, Samstag, 14. Februar 2026
Der Fall erinnert an den spektakulären Millionencoup von Gelsenkirchen: Wieder brechen Unbekannte Bank-Schließfächer auf. Kunden fürchten um ihre Wertsachen - doch die Beute dürfte geringer sein.
Erst Gelsenkirchen, jetzt eine kleine Bankfiliale nahe Bremen: Unbekannte haben 14 Schließfächer in einer Volksbank im niedersächsischen Stuhr aufgebrochen. Die Polizei steht vor einem Rätsel: Wer sind die Täter? Wie hoch ist die Beute? «Zu den Inhalten können wir nichts sagen», meint ein Sprecher der Polizei am Samstagmittag. «Weil wir auch nicht wissen, was die Bankkunden da platziert haben.»
«Arg ist es schon»
Von außen deutet am Tag danach nichts auf den Einbruch hin. Keine Polizei mehr, nicht mal ein Absperrband ist zu sehen. Nur einige Kunden, die Geld abheben möchten oder verzweifelt nach Informationen suchen. Ihm sei «beschissen» zumute, meint Klaus Hriesik, der mit seiner Frau vor der verlassenen Filiale in der Kälte ausharrt. «Arg ist es schon, weil die Ersparnisse da drin sind, für den späten Lebensabend.»
Seine Frau Irene Hriesik pflichtet ihm bei. «Es sind da auch Schmuckstücke drin», erzählt die Besitzerin eines Schließfachs. «Die bekomme ich ja nicht wieder. Das sind Teile von meiner Mutter oder von meiner Schwiegermutter und das ist natürlich mehr als ärgerlich.» Der Fall erinnere sie an Gelsenkirchen - nur dass sie es nie für möglich gehalten habe, einmal selbst betroffen zu sein.
Wie die Täter vorgingen
Ende Dezember hatten sich Einbrecher in Gelsenkirchen von einer benachbarten Tiefgarage aus über mehrere Tage hinweg mit einem Spezialbohrer Zugang zu einem Tresorraum verschafft. Sie brachen mehr als 3.000 Schließfächer auf und flohen mit Geld, Schmuck und Wertgegenständen in Millionenhöhe.
In Stuhr sei nun alles viel schneller gegangen, berichtet ein Polizeisprecher. Die Täter nutzten am Freitag die Mittagspause von 12 bis 14 Uhr. Laut Polizei brachen die Unbekannten über einen Lichtschacht in den Keller ein. Sie seien zielgerichtet zu dem Raum mit den Schließfächern vorgedrungen, hätten gewaltsam die Tür geöffnet und einige Fächer leer geräumt.
Beißender Geruch und offene Türen
In dem Raum befinden sich laut Bank 718 Schließfächer - davon wurden 14 Fächer aufgebrochen und geplündert. «Alle anderen Fächer sind unversehrt», teilte die Bank mit.
Die Beamten vermuten, dass die Täter nicht genug Zeit für weitere Fächer hatten. Nach der Mittagspause sei eine Mitarbeiterin in den Keller gegangen, berichtet der Polizeisprecher. Sie habe einen «ganz beißenden Geruch» festgestellt, ihr sei sofort übel geworden.