Saarland: Flüchtender Autofahrer stirbt nach Polizeischüssen
Autor: Mona Wenisch und Jenny Tobien, dpa
, Montag, 06. April 2026
Eine Verfolgungsfahrt endet mit Polizeischüssen: Ein 22-Jähriger ist tot, ein 19-Jähriger und eine Polizistin sind verletzt. Nach dem Vorfall in der Osternacht in Saarbrücken sind viele Fragen offen.
Ein junger Mann ist bei einer Verfolgungsfahrt in Saarbrücken durch Polizeischüsse tödlich verletzt worden. Der 22-Jährige saß am Steuer des verfolgten Wagens, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Sein 19 Jahre alter Mitfahrer wurde verletzt.
Auch am Ostermontag blieben viele Fragen zu dem Vorfall in der Nacht zum Sonntag offen. Laut bisherigen Erkenntnissen war es gegen 1 Uhr morgens zu der Verfolgungsfahrt gekommen, nachdem sich der mit drei Insassen besetzte Wagen einer polizeilichen Kontrolle entzogen hatte.
In einer Sackgasse soll das Auto dann gewendet haben. Dabei sei eine Polizeibeamtin verletzt worden. «Anschließend sollen auf das verfolgte und erneut flüchtende Fahrzeug Schüsse abgegeben worden sein. Darauf soll das Fahrzeug zum Stehen gekommen sein», teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Polizistin kam vorübergehend in ein Krankenhaus.
Zwei weitere Menschen im Auto
In dem Auto befanden sich laut Behörde neben dem 22-Jährigen noch ein 23 Jahre alter Beifahrer und der 19-Jähriger. Tödlich verletzt wurden demnach der Fahrer. Der Teenager, der hinten saß, wurde ebenfalls verletzt und musste medizinisch versorgt worden.
Auch am Ostermontag machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben, etwa zu der Frage, wie viele Schüsse abgegeben wurde oder zum Gesundheitszustand des 19-Jährigen. Entsprechende Anfragen hierzu würden gesammelt und gebündelt voraussichtlich am Dienstag, im Laufe des Tages beantwortet, schrieb ein Sprecher.
Gewerkschaft der Polizei ruft zu Besonnenheit auf
Der saarländische Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Rinnert, warnte vor voreiligen Schlüssen: «Der Tod eines Menschen im Rahmen eines polizeilichen Einsatzes ist immer tragisch. In diesem Kontext rufen wir ausdrücklich zur Besonnenheit auf und appellieren, sich im persönlichen sowie digitalen Raum mit voreiligen Schlüssen und Vorverurteilungen zurückzuhalten.» Es gebe ein größtmögliches Interesse «an einer transparenten Aufarbeitung der Vorfälle – ohne Hass, Hetze und Vorverurteilungen».
Spurensicherung stellt Sichtschutz auf
Am Ostersonntag waren zahlreiche Polizeikräfte in der engen Straße im Einsatz, in der das verfolgte Auto offensichtlich zum Stehen gekommen war. Kriminaltechnik und Spurensicherung seien vor Ort, hatte ein dpa-Fotograf berichtet. Der Bereich um die Sackgasse sei weiträumig abgesperrt und ein Sichtschutz aufgebaut worden. In der Straße stand ein blaues Auto, davor und dahinter jeweils ein Polizeifahrzeug. In der Windschutzscheibe des blauen Autos war ein Loch zu erkennen. Das Fenster auf der Fahrerseite war kaputt.