Babynahrung vergiftet: Suche nach Gift-Glas - und Erpresser
Autor: dpa
, Dienstag, 21. April 2026
Rattengift in Babynahrung: Der Erpressungsversuch bei Hipp versetzt Eltern in Sorge. Die Polizei arbeitet länderübergreifend. Wie gehen die Ermittler vor - und wie erkennt man gefährliche Gläser?
Mit Rattengift in Babynahrung versucht ein Unbekannter, den Babykosthersteller Hipp zu erpressen. Eltern sind in Sorge, die Polizei sucht nach dem mutmaßlichen Täter.
In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser entdeckt. Laboruntersuchungen ergaben, dass diese Rattengift enthielten. In Deutschland wurden keine mit Gift verunreinigten Gläser gefunden. Ein Glas wird aber im österreichischen Burgenland noch unter Hochdruck gesucht. Wie die Polizei hier vorgeht, gaben die Ermittler aus taktischen Gründen nicht an.
«Sehr sensibles Thema»
Bei der Kriminalpolizei Ingolstadt wurde eine Ermittlungsgruppe namens «Glas» eingerichtet. Die Gruppe arbeite auf Hochtouren in Zusammenarbeit auch mit den jeweiligen Behörden in den anderen betroffenen Ländern, sagte Michaela Grob, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Die Zahl der beteiligten Beamten sei nicht starr. Je nach Fragestellung und Untersuchungen würden verschiedene Spezialisten auch aus andere Institutionen zugezogen.
Derzeit könnten keine weiteren Details veröffentlicht werden, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, unterstrich Grob. «Es ist ein sehr sensibles Thema.»
Hipp ruft Babykost zurück
Das Unternehmen im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm erklärte inzwischen, wie der Täter sich gemeldet hatte. «Der Erpresser hat uns eine Nachricht an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach geschickt, welches im Rahmen unserer Standardprozesse in größeren zeitlichen Abständen gesichtet wird», erläuterte der Babykosthersteller. «Hipp ist Opfer einer Erpressung.» Das Unternehmen habe einen internen Krisenstab eingerichtet.
Betroffene Handelspartner hätten alle Hipp-Babygläschen aus dem Verkauf genommen. «Hipp ruft weiterhin alle Babykostgläschen zurück, die bei Spar Österreich gekauft wurden», teilte das Unternehmen auf seiner Seite weiter mit. Im Zuge dieser Rückrufaktion sei ein manipuliertes Gläschen sichergestellt worden. Vorsorglich, präventiv und ohne Verdachtsmomente nahm am Montag auch die Rewe-Gruppe in Österreich Hipp-Produkte bei Bipa, Billa, Billa Plus und Adeg aus dem Verkauf. Ebenso agierte die Drogeriemarktkette dm.
Es handele es sich nicht um einen Produkt‑ oder Qualitätsmangel. «Die Gläschen haben unser Hipp Werk in einwandfreiem Zustand verlassen», hieß es vom Unternehmen.