Prinzessinnen im Tarnanzug: Die jungen Royals und die Armee
Autor: Julia Wäschenbach und Annette Birschel, dpa
, Freitag, 03. April 2026
Europas Prinzessinnen und Prinzen tauschen Glamour gegen Drill. Spaniens Leonor ist bei der Luftwaffe, auch Dänemarks Isabella tritt bald den Wehrdienst an – und folgt damit einer royalen Tradition.
Eine Karriere beim Militär? In Europas Königshäusern ganz normal - von Queen Elizabeth II. bis zur jüngsten Generation. Im Sommer tritt die dänische Prinzessin Isabella ihren Wehrdienst an. Andere junge Royals haben die militärische Ausbildung schon hinter sich. Mancherorts haben Königskinder in Tarnuniform in diesen unsicheren Zeiten sogar andere Wehrdienst-Anwärter inspiriert. Ein Überblick:
Dänemark: In den Fußstapfen der Familie unterwegs
Prinzessin Isabella (18) beginnt im Sommer mit dem Wehrdienst. Damit tritt sie nicht nur in die Fußstapfen ihres Bruders, sondern führt eine lange Tradition im dänischen Königshaus fort: Schon ihre Oma, Alt-Königin Margrethe, machte als Prinzessin eine militärische Ausbildung und leistete zwölf Jahre lang freiwilligen Dienst bei der Luftwaffe. Isabella wird Teil des Gardehusar-Regiments in Slagelse. Die älteste Tochter von König Frederik X. ist unter den ersten Frauen, die den neuen verlängerten Wehrdienst in Dänemark absolvieren: Angesichts der Sicherheitslage in Europa wurde der von vier auf elf Monate verlängert.
Isabellas älterer Bruder Kronprinz Christian (20) hatte nach seinem Wehrdienst im letzten Sommer eine Ausbildung zum Leutnant begonnen. Vater Frederik X. steht dem Militär besonders nahe. Bei der dänischen Marine war er Teil der Eliteeinheit der Kampfschwimmer und bekam den Spitznamen «Pingo».
Niederlande: Thronfolgerin im Tarnanzug als Vorbild
Die niederländische Kronprinzessin Amalia (22) hat die Grundausbildung bereits abgeschlossen und absolviert nun den Rest der Ausbildung zur Reservistin neben ihrem Jurastudium. Dienst in der Armee ist Tradition bei den Oranjes: Auch der heutige König Willem-Alexander leistete seinen Wehrdienst und diente bei der Marine und später der Luftwaffe. Aber seine Tochter Amalia ist die erste Thronfolgerin im Tarnanzug.
Amalias Mutter, Königin Máxima (54), folgte übrigens dem Beispiel ihrer ältesten Tochter. Sie meldete sich freiwillig zum Reservisten-Dienst und will damit nach Angaben des Hofes zeigen, dass «unsere Sicherheit nicht mehr selbstverständlich ist und sie (...) einen Beitrag» dazu leisten möchte. Offenbar sind Kronprinzessin und Königin für viele junge Leute auch ein Vorbild. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums ist die Zahl der Anmeldungen deutlich gestiegen, nachdem die Royals sich für den Dienst entschieden hatten.
Belgien: Auf dem Weg zur Chefin der Streitkräfte
Kronprinzessin Elisabeth (25) von Belgien ist ebenfalls militärisch ausgebildet. Sie wird eines Tages voraussichtlich als erste Frau in der Geschichte ihres Landes auf dem Thron sitzen und damit auch Oberbefehlshaberin der belgischen Streitkräfte sein. Elisabeth hat eine zweijährige Ausbildung an der königlichen Militärschule in Brüssel absolviert und ist Offizierin. Auch ihr jüngerer Bruder Prinz Gabriel war an der Militärakademie und ist Offizier.
Gesetzlich gibt es für das Königshaus keine Vorgaben, aber: «Die Monarchin, in diesem Fall Elisabeth als künftige Königin, muss jederzeit zumindest symbolisch in der Lage sein, zu den Waffen zu greifen und ihr Land zu verteidigen», sagt der Royal-Experte Thomas de Bergeyck vom belgischen Sender RTL. Diese Bereitschaft ist in Belgien auch historisch verankert. Seit König Albert I. im Ersten Weltkrieg die Truppen führte, ist er auch als Soldatenkönig bekannt.