Prinz Harry zieht Verleumdungsklage gegen Verlag zurück
Autor: dpa
, Freitag, 19. Januar 2024
Seit längerem führt Prinz Harry einen juristischen Feldzug gegen britische Boulevardmedien - teils auch mit Erfolg. Doch in einem Fall gibt der Royal nun auf.
Prinz Harry hat eine Verleumdungsklage gegen den Verlag der Boulevardzeitung «Mail on Sunday» zurückgezogen. Der jüngere Sohn von König Charles III. hatte Associated Newspapers Limited (ANL) wegen eines Meinungsbeitrags über eine anhängige Klage des 39-Jährigen gegen das britische Innenministerium verklagt.
Harry sah seinen Ruf geschädigt. Ihm wurde in dem Text vorgeworfen, einen falschen Eindruck vermittelt zu haben über seine Bereitschaft, für seinen polizeilichen Personenschutz in Großbritannien zu zahlen.
Teure Anwaltskosten
Im Dezember 2023 hatte ein Richter einen Antrag Harrys auf ein beschleunigtes Verfahren abgewiesen, da der Verlag Aussicht auf Erfolg vor Gericht habe. Der Royal musste daraufhin Anwaltskosten der Gegenseite in Höhe von 48.447 Pfund (56.430 Euro) übernehmen.
Nun hat Harry die gesamte Klage zurückgezogen, wie die «Mail» (Online) am Freitag berichtete. Die britische Nachrichtenagentur PA meldete, eine entsprechende Mitteilung sei beim Gericht eingegangen. Laut «Mail» kommen nun weitere Anwaltskosten in sechsstelliger Höhe auf ihn zu.
In einer Reaktion gingen Harrys Vertreter nicht direkt auf den Rückzug ein. «Wie es bei Gerichtsverfahren so ist, sind Jahre vergangen, seitdem die Beschwerde eingereicht wurde», zitierte PA aus einer Stellungnahme. Man warte weiter auf ein Ergebnis wegen der eigentlichen Klage gegen das britische Innenministerium.
«Sein Fokus bleibt dort und auf der Sicherheit seiner Familie, und nicht auf diesen Gerichtsverfahren, die den falschen Behauptungen der «Mail» von vor all den Jahren weiterhin eine Plattform bieten», hieß es.
Weiteres Verfahren zum Schutz der Familie
In dem Verfahren gegen das Innenministerium will Harry erreichen, dass ihm und seiner Familie trotz Ausstiegs aus dem engeren Kreis der britischen Royals voller Polizeischutz gewährt wird. Andernfalls, so argumentiert Harry, könne er mit seiner Familie nicht mehr ohne Weiteres nach Großbritannien kommen.