Beispiellos: Entsetzen nach gescheiterter Hinrichtung
Autor: Naveena Kottoor, dpa
, Donnerstag, 01. Oktober 2026
Die Hinrichtung von Christa Pike endet im Chaos: Augenzeugen berichten von einer beispiellosen gescheiterten Hinrichtung. Weitere Hinrichtungen sind in US-Bundesstaat Tennessee vorerst gestoppt.
Der Schock über die gescheiterte Hinrichtung der wegen Mordes verurteilten Christa Pike in den USA ist Augenzeugin Tori Gessner ins Gesicht geschrieben. «Ich habe in Tennessee fünf Hinrichtungen miterlebt. Nichts an dem heutigen Tag war normal, typisch - überhaupt nichts», sagt die Reporterin des Lokalsenders WKRN in Nashville später vor laufenden Kameras.
Bei der ersten geplanten Hinrichtung einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren war es zuvor zu Komplikationen gekommen. Gessner und andere Journalisten waren als Zeugen akkreditiert, einer Vollstreckung beizuwohnen, die von Rechtsexperten bereits jetzt als beispiellos beschrieben wird. Am Donnerstagmorgen (Ortszeit) befand sich Pike in einem Krankenhaus, berichtet der US-Sender NBC.
«Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen»
Um 19.26 Uhr (Ortszeit) des Vorabends seien die Jalousien zum Hinrichtungsraum für die Zeugen geöffnet worden. Man habe die auf einer Liege festgeschnallte Pike gesehen.
Die 50-Jährige habe im Laufe der Prozedur, während der Pike zwei Giftspritzen mit dem Wirkstoff Pentobarbital verabreicht wurden, mehrere vollständige Sätze gesprochen, angestrengt geatmet und geschnarcht, erinnern sich Augenzeugen später. «Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen. Eine Stelle pocht wirklich stark», soll Pike laut der Medienzeugin Gessner gesagt haben.
Während der Prozedur seien laut der Zeugen die Jalousien mehrmals geschlossen und geöffnet worden. Gefängnisbeamte hätten die Zeugen um 20.53 Uhr aus dem Raum entfernt, zu dem Zeitpunkt habe man Pike immer noch atmen hören.
«Es gibt keinen Präzedenzfall»
«Dieses Ereignis ist das Schlimmste, das wir je gesehen haben, und unterscheidet sich von jeder anderen fehlgeschlagenen Hinrichtung in der modernen Ära», sagt Robin Maher, die geschäftsführende Direktorin der gemeinnützigen Organisation Death Penalty Information Center (DPI). «Es gibt keinen Präzedenzfall.»
Pike werde in einem nahegelegenen Krankenhaus behandelt, sagen ihre Anwälte später in einem Statement, aus dem mehrere US-Medien übereinstimmend zitieren. «Wir wurden nicht über ihren Zustand informiert,» heißt es weiter. Aber vonseiten des mehrköpfigen Rechtsteams kommt scharfe Kritik an dem Vorgehen der Behörden: