Oktoberfest: Eine Rekord-Wiesn mit 7,4 Millionen Gästen
Autor: Britta Schultejans, dpa
, Sonntag, 04. Oktober 2026
Das Münchner Oktoberfest ist ein Millionen-Spektakel. Doch noch nie war so viel los wie in diesem Jahr. Von einer «Gute-Laune-Wiesn» spricht die Stadt - doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten.
Jetzt ist es offiziell: Das Oktoberfest 2026 ist die Rekord-Wiesn. 7,4 Millionen Besucherinnen und Besucher zählt die Stadt München - so viele wie noch nie. «Damit ist die Wiesn 2026 die bislang meistbesuchte in ihrer langen Geschichte», sagt der Chef des Volksfestes, der Münchner Wirtschaftsreferent Christian Scharpf (SPD). Der bisherige Rekord mit 7,2 Millionen Besuchern im Jahr 2023 wurde geknackt.
«Was für eine Bilderbuch-Wiesn», sagt auch Dominik Krause (Grüne) über sein erstes Oktoberfest als Münchner Oberbürgermeister. «Friedlich, entspannt und gut gelaunt. Die Wiesn 2026 war eine der schönsten aller Zeiten.»
Auch das neue Sicherheitskonzept habe sich bewährt: «Trotz Rekord-Besucherzahl kam es zu keinen kritischen Überfüllungs-Situationen.» Das nachgeschärfte Sicherheitskonzept und der Versuch, die Gäste auf die Wochentage umzulenken, seien voll aufgegangen, sagt auch Scharpf. «Wenn es so funktioniert, dann vertragen wir auch so eine Größenordnung.»
Rekorde seien aber nicht das Ziel der Stadt, die seit den 1980er Jahren keine aktive Werbung mehr für die Wiesn macht. Aber: «Es ist nunmal ein super Fest und das spricht sich rum» - heutzutage auch über Influencer und Social Media.
«Gute-Laune-Wiesn»?
Das Oktoberfest sei ein «internationaler Besuchermagnet», sagt Scharpf. Er spricht von der «Strahlkraft unserer Wiesn» und gar von einer «Gute-Laune-Wiesn». Dazu passt auch das Kinderlied «Gute Laune», das in diesem Jahr zu den musikalischen Lieblingen der Feiernden gehört habe. Ein wirklicher Wiesn-Hit 2026 hat sich nach Ansicht der Stadt nicht herauskristallisiert.
Bei aller «guten Laune» überschatten allerdings schwere Unglücke das Fest. Am Morgen des letzten Tages wird ein 47 Jahre alter rumänischer Mitarbeiter an einer Schiffsschaukel so schwer verletzt, dass er reanimiert werden muss. Er habe sich «in einem Bereich aufgehalten, wo er nicht hingehen darf», sagt der Münchner Polizeisprecher Thomas Schelshorn. Dort sei er von der Schaukel erfasst worden. Die Hintergründe werden nun vom für Betriebsunfälle zuständigen Kommissariat 13 ermittelt.
Bereits am dritten Wiesntag war ein 52-jähriger Sicherheitsmitarbeiter eines Freefall-Towers gestorben, nachdem er unter einer Gondel eingeklemmt worden war. Warum auch er sich in einem Bereich aufhielt, in dem er nicht sein sollte, wird ebenfalls noch ermittelt. Die Wiesn-Gemeinde gedachte ihres Kollegen bei dem traditionellen Gottesdienst - und auch Scharpf erinnert in seiner Bilanz daran, dass dieses Unglück «große Trauer und Bestürzung» ausgelöst hat.