Alte Frau stirbt nach Unfall mit Kutschpferd
Einer über 90 Jahre alten Frau wurde der Versuch, auf der Oidn Wiesn ein Kutschpferd zu streicheln, zum Verhängnis. Ihr Rollstuhl verfing sich im Geschirr und sie stürzte. Sechs Tage danach starb sie im Krankenhaus.
Außerdem kippte ein Reisebus, der von Italien auf dem Weg zur Wiesn unterwegs war, auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu um. Zwei Menschen starben, zahlreiche weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Reisegruppe der in Italien lebenden philippinischen Staatsangehörigen war auf dem Weg zum Oktoberfest.
Anstieg bei Kokain-Delikten
Ungeachtet dieser Unglücksfälle war die Stimmung nach Angaben von Polizeisprecher Schelshorn «friedlich und überwiegend entspannt»: «Es handelt sich um eine friedliche und schöne Wiesn.» Die im Vergleich zu 2025 mit 1.851 etwas höhere Zahl der Einsätze und festgestellten Straftaten (845 waren es diesmal, 748 im vergangenen Jahr) führt er auf die höhere Besucherzahl zurück - und auch mehr Betäubungsmitteldelikte, vor allem mit Kokain.
In dem Bereich hatte die Polizei auf der diesjährigen Wiesn besonders kontrolliert. 80 Sexualdelikte wurden nach Angaben von Schelshorn angezeigt, acht mehr als 2025. Bei einem Großteil (52 Fällen) habe es sich um sexuelle Belästigung gehandelt, in fünf Fällen werde wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt. 2025 waren es seinen Angaben zufolge ebenfalls fünf Fälle.
6,7 Millionen Maß Bier
Die Massen strömten, das Bier auch: 6,7 Millionen Maß Bier wurden nach Angaben der Stadt getrunken. Das sind 2,7 Prozent mehr als 2025 (6,5 Millionen). Beim Essen meldeten die Wiesnwirte ein Plus von zwei bis drei Prozent. Dabei sei das «klassische Hendl wieder im Aufwind». Von den 7,4 Millionen Besuchern waren 447.000 auch Gäste auf der Oidn Wiesn.
Auch die Aicher Ambulanz meldet Rekordzahlen: 8.409 Patienten wurden bis zum Sonntagmittag versorgt - knapp 300 mehr als im bisherigen Rekordeinsatz-Jahr 2023 und 23,2 Prozent mehr als 2026. Der Rettungsdienst führte dies vor allem auf die hohe Besucherzahl zurück. 40 Prozent der Patienten waren ausschließlich wegen einer Alkoholvergiftung auf Hilfe angewiesen.
Der gemessene Rekordwert dabei: 3,8 Promille. Allerdings sei das nicht unbedingt tatsächlich der höchste Wert. Schließlich müsse der Patient, um den Alkoholwert feststellen zu können, noch in der Lage sein, in das Testgerät zu pusten.
«Der überwiegende Teil wurde nicht infolge übermäßigen Alkoholkonsums behandelt», betont Aicher-Geschäftsführer Michel Belcijan und verweist auf die Vorzüge eines Zwischenwassers zwischen den verschiedenen Maß Bier.
Kuriose Fundsachen: Knirschschiene und Gebiss
Womöglich auch, weil das nicht jeder beachtete, hatte das Fundbüro auch in diesem Jahr viel zu tun. Neben 1.050 Kleidungsstücken, 700 Geldbeuteln und 400 Handys wurden dort auch kuriose Fundstücke abgegeben: eine Knirschschiene und ein Gebiss zum Beispiel, die 1,80 Meter große Figur eines Imbissstandes - und ein dicker Bildband über Tibet.