Mord in Pattaya: Die dunkle Seite der Partymetropole
Autor: Carola Frentzen, dpa
, Donnerstag, 02. Juli 2026
Zwischen deutschem Stammtisch und berüchtigter Walking Street: Pattaya vereint Ruhestand und Rotlicht wie kaum ein anderer Ort in Asien. Nun sorgt ein grausiges Verbrechen weltweit für Schlagzeilen.
Pattaya am Golf von Thailand ist für viele Deutsche ein Sehnsuchtsort – für die einen wegen Sonne, Strand und günstiger Lebenshaltungskosten, für andere wegen seines schillernden Nachtlebens. Kaum ein Reiseziel in Südostasien steht so sehr für Bars, Neonlichter und Sextourismus wie der berühmt-berüchtigte Badeort etwa zwei Autostunden südöstlich von Bangkok. Nun wirft ein mutmaßlicher Mord ein grelles Licht auf die Schattenseiten der Stadt.
Am vergangenen Wochenende machte die Polizei im Stadtteil Jomtien einen grausigen Fund: Beamte entdeckten in einem Koffer nahe einer Bahnstrecke die nackte Leiche einer 17-jährigen Thailänderin. Tatverdächtig ist ein 46-jähriger Australier, der seit einigen Monaten in Pattaya lebte.
Was war passiert?
Kurz bevor er einen Flug ins australische Perth boarden wollte, wurde er am Flughafen Bangkok festgenommen. Jetzt droht ihm lebenslange Haft - oder sogar die Todesstrafe. Diese wird in Thailand allerdings nur selten vollstreckt.
Die Ermittler werfen dem Australier unter anderem Mord, Sex mit einer Minderjährigen und das Verbergen einer Leiche vor. Er bestreitet die Mordvorwürfe. Nach Angaben der Polizei hatte der Mann die Jugendliche, die mit Kosenamen «Cake» hieß, in der vergangenen Woche an Pattayas Strandpromenade Beach Road kennengelernt. Demnach vereinbarten die beiden ein sexuelles Treffen gegen Bezahlung und gingen anschließend gemeinsam in seine Wohnung in Jomtien.
Eskalierte ein Streit um Geld?
Überwachungskameras zeigen sie Hand in Hand beim Betreten des Gebäudes. Stunden später ist der Australier allein zu sehen, wie er einen großen Koffer aus dem Gebäude schiebt und diesen auf ein Motorrad packt. Später kehrt er ohne Koffer in seine Unterkunft zurück.
Nach Angaben des Beschuldigten kam es zum Streit über die Bezahlung. Statt der vereinbarten 1.000 Baht (27 Euro) habe er nur 500 zahlen wollen. Die Jugendliche habe ihn daraufhin mit einem Messer angegriffen. Er habe sich lediglich verteidigt. «Es lag außerhalb meiner Kontrolle», sagte er in einem Video, in dem er sich an die Familie des Opfers wandte.
«Volle Härte des Gesetzes»
Der Vater und die Stiefmutter des Mädchens wollen davon nichts wissen. Die Zeitung «Bangkok Post» zitierte die Stiefmutter mit den Worten: «Ich habe der Polizei gesagt, dass ich seine Hinrichtung will. Ich will, dass er die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommt.» Tatsächlich steht bereits auf Sex gegen Bezahlung mit einer Minderjährigen im Königreich eine Gefängnisstrafe - von Mord einmal abgesehen.