Möchten Jungs jetzt zum Anbeißen riechen?
Autor: Gregor Tholl, dpa
, Sonntag, 14. Juni 2026
Karamell, Schoko, Vanille, «Marshmallow Smoke»: Männer-Deos riechen immer öfter wie Desserts. Was hinter dem süßen Trend steckt und warum er besonders bei jüngeren Leuten gut ankommt.
«Dark Chocolate», «Coconut und Vanilla», «Cinnamon Vanilla» oder ganz neu «Marshmallow Smoke»: Was sich wie ein Nachtisch oder etwas Leckeres zum Anbeißen liest, sind Düfte von Deo- und Body-Sprays - aktuell gesehen in einer Drogeriemarktfiliale in Düsseldorf an der Königsallee. Es sind Sorten und Duftrichtungen von Marken wie Bruno Banani, Old Spice, Balea Men oder Axe.
Was soll das? Warum riechen Männer-Deos nicht mehr nach Ozean, wie einst etwa «Cool Water», fragen sich ältere Semester. Damals, als die Welt noch in Ordnung war und Herrendüfte eben irgendwie meeresfrisch daherkamen?
Viele Jüngere verstehen eine solche Frage überhaupt nicht: Wieso sollen Deos oder auch Duschgels nicht nach Vanille oder Schokolade riechen, gar nach Cookies, Tonkabohne oder grünem Apfel? Und warum wird überhaupt so oft bei Düften nach Frauen und Männern unterschieden?
«Trend zu sogenannten Gourmand-Düften»
Nachfrage beim Konsumgüterkonzern Unilever - zum derzeit vielleicht verwunderlichsten Deo- und Duschgel-Duft «Marshmallow Smoke» von Axe. Er ist vorübergehend als limitierte Edition zur Fußball-WM in Nordamerika auf den Markt gekommen.
Nils Trott, Brand Manager von Axe, sagt: Mit «Marshmallow Smoke» greife man «den Trend zu sogenannten Gourmand-Düften» auf. Das Produkt kombiniere süße Noten mit einem rauchigen Twist. Aus den USA stammt bekanntlich der auch hierzulande beliebte Brauch, im Sommer Schaumzuckerware – Marshmallows eben – zu grillen.
«Unsere Erkenntnisse zeigen, dass die Gen-Z Düfte zunehmend als Teil ihres persönlichen Ausdrucks versteht und gezielt nach ungewöhnlichen, sensorisch erlebbaren Kombinationen sucht», erläutert Trott. Generation Z, das sind die heute etwa 15- bis gut 30-Jährigen, also diejenigen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind.
Duftcodes hin zu mehr Experimentierfreude
Dieser Wandel bei Teenagern und jungen Erwachsenen, weg von klassischen Duftcodes hin zu mehr Experimentierfreude und Selbstinszenierung, beeinflusse auch die Strategie bei Axe. Um junge Konsumentinnen und Konsumenten anzusprechen, sollte man sich heutzutage am besten klar von traditionellen Profilen abheben, sagt Trott.