Zugunglück schockt Spanien - Auch Deutsche betroffen
Autor: Emilio Rappold und Jan-Uwe Ronneburger, dpa
, Montag, 19. Januar 2026
Mindestens 40 Tote, mehr als 170 Verletzte: Nach dem schweren Zugunglück trauert ganz Spanien. Viele Fragen stehen im Raum, besonders zur Ursache.
Nach dem schweren Zugunglück in Spanien mit Dutzenden Todesopfern steht das Land unter Schock. Mindestens 40 Menschen kamen ums Leben und mehr als 170 wurden verletzt – davon 24 schwer und 5 sehr schwer. Die Behörden fürchten, dass noch weitere hinzukommen. Die Ursache des Unfalls in Andalusien blieb zunächst unklar, die Tragödie gibt Rätsel auf. Menschliches Versagen wurde aber ausgeschlossen. Regierungschef Pedro Sánchez rief eine dreitägige Staatstrauer aus.
Auch Deutsche sind unter den Opfern, wie es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß. «Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben.» Man stehe mit den Behörden im engen Austausch, um Aufklärung zu betreiben.
Der regionale Regierungschef Andalusiens, Juanma Moreno, schloss nicht aus, dass in den «Trümmerhaufen aus Metall» weitere Leichen liegen. Unterdessen rätselten Experten über die möglichen Ursachen der Katastrophe, deren Klärung voraussichtlich Wochen und Monate in Anspruch nehmen werde. Zur Identität und Herkunft der Opfer wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Die Tragödie hatte sich am Sonntagabend ereignet. Gegen 19.40 Uhr waren die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszuges der italienischen Gesellschaft Trenitalia nahe der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba bei einem Tempo von etwas mehr als 200 Kilometern pro Stunde entgleist und in das benachbarte Gleis geraten, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte. Der tragische Zufall wollte es, dass just zu dem Zeitpunkt ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe mit ähnlicher Geschwindigkeit vorbeifuhr, frontal mit den entgleisten Waggons kollidierte und aus den Schienen geworfen wurde.
«Schreie, weinende Kinder, Blut»
«Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden», sagte Verkehrsminister Óscar Puente. Diese Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.
Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs. Der in Madrid gestartete Renfe-Zug fuhr mit rund 200 Passagieren nach Huelva.
Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien werde für längere Zeit unterbrochen bleiben, hieß es. Viele Menschen, die in verschiedenen Städten von Zugausfällen betroffen waren, verbrachten die Nacht in Bahnhöfen.