Mehr als nur Romantik: Die vielen Seiten des Kusses
Autor: Sarah Knorr, dpa
, Samstag, 14. Februar 2026
Ob im Kino oder in der Kunst: Küsse sind überall. Warum der Kuss nicht immer gleich aussieht, was ihn zu einem Glücksfaktor macht und was es mit dem allerersten auf sich hat.
Jeden Tag küssen sich Menschen. Ob in der Kunst, in Filmen oder beim ersten Kuss: Der Kuss ist mehr als nur eine Berührung der Lippen. Acht Fakten zu dieser besonderen Geste.
1. Wird überall gleich geküsst?
Keineswegs. Vor allem in Europa, Nordamerika und dem Mittleren Osten werde gern und ausgiebig geknutscht, schreibt Ulrike Zeitlinger in ihrem Buch «Kiss me, Baby! Eine Liebeserklärung an den Kuss». In einigen asiatischen Ländern sei das romantische Küssen wiederum in der Öffentlichkeit gar nicht gern gesehen. Mancherorts wird er hingegen als Begrüßung genutzt und etwa auf der Wange oder der Hand platziert.
Auch eine begrüßende Variante der Inuit ist vielen bekannt, der sogenannte «Kunik». Dabei drückt oder reibt man die Nasenspitze gegen die Wange einer anderen Person - statt wie weit verbreitet angenommen, die Nasenspitzen aneinander zu reiben, so Zeitlinger.
2. So viel wird geküsst
Nach Angaben des Psychotherapeuten Wolfgang Krüger küssen sich deutsche Paare durchschnittlich zwei bis drei Mal am Tag. In vielen Ehen nehme der Anteil erotischer Küsse jedoch «rasant» ab, so Krüger. Zum Valentinstag sollte man deswegen vielen Ehepaaren sagen: «Ihr müsst mal wieder länger als zehn Sekunden in der Küche zusammenstehen und euch küssen», empfiehlt er. Deutlich mehr etwa werde in Italien geknutscht, wo man viel offener und leidenschaftlicher sei.
Im Laufe der Jahre habe die Kussdauer zudem deutlich zugenommen. Der erotische Kuss dauert demnach heutzutage mindestens elf Sekunden. Und was macht einen guten Kuss aus? Für schöne und gute Küsse ist vor allem ein Vertrauensverhältnis wichtig, erklärt Krüger, der auch Buchautor ist. «Das heißt, ich bekomme von der anderen Person genügend Wertschätzung, Anerkennung und Konflikte sind geklärt».
3. Mit dem Küssen kommunizieren
«Küssen ist Kommunikation», sagt Kommunikationswissenschaftler Hektor Haarkötter «und folgt entsprechend allen Regeln, denen auch sonst sprachliche oder eben nicht sprachliche Kommunikation folgt». Damit teile man seine Gefühle, Befindlichkeiten und Bedürfnisse mit. Die verschiedenen Arten des Küssens, etwa auf Lippen, Hand oder Wangen, bezeichnet er, wie auch sonst in der sprachlichen Kommunikation, als unterschiedliche Dialekte.
4. Nicht nur Menschen werden geküsst
Für viele kein ungewöhnliches Bild ist das Küssen von Medaillen oder Trophäen von Sportlerinnen und Sportlern. Auch das sei eine Dialektform, sagt der Kommunikationswissenschaftler.