Frau in Kelkheim getötet - «Ich bin um mein Leben gerannt»
Autor: Mona Wenisch, dpa
, Mittwoch, 15. Juli 2026
Eine Frau wird mutmaßlich von ihrem Ehemann mitten in Kelkheim getötet. Zeugen berichten von Todesangst. Unter die Trauer mischt sich auch Wut: Schon wieder ist es eine getötete Frau.
Viel erinnert am Morgen nicht mehr an die Gewalttat, die in Kelkheim am Dienstagabend geschehen ist. Der Markt, der immer mittwochs stattfindet, ist zwar nur spärlich besucht, aber drumherum wuseln die Menschen durch die Innenstadt. Nur ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt ist der Tatort. Blaue Kreise sind dort auf dem Boden aufgezeichnet - sie erstrecken sich über Dutzende Meter, werden um die Ecke größer: Überbleibsel der Spurensicherung.
Am Dienstagabend wurde dort eine Frau mutmaßlich von ihrem Ehemann mit einer Stichwaffe getötet. Die Tat geschah im Freien ganz in der Nähe des Marktplatzes der Stadt. Zeugen überwältigten den Mann und hielten ihn fest, bis Polizisten ihn festnahmen. Dabei wurde der Angreifer laut Polizei verletzt. Die Tat vor vielen Zeugen löste weithin Entsetzen aus. Motiv und Hintergründe waren vorerst unklar. Der mutmaßliche Täter wird voraussichtlich am späten Nachmittag einem Haftrichter vorgeführt. Kelkheim liegt im Taunus, nicht weit von Frankfurt entfernt.
«Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt»
Dem Verbrechen war offensichtlich ein Streit vorausgegangen. Ein Augenzeuge berichtet, er sei nur etwa fünf Meter von der Attacke entfernt gewesen. Ein Mann, der womöglich betrunken gewesen sei, habe dem Opfer mit einer Machete in den Hals gestochen: «Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt.»
Die Frau sei in dieselbe Richtung geflohen und dann - das habe er nicht mehr gesehen - anscheinend kollabiert, sagt der Zeuge, der nur seinen Vornamen Peter nennen wollte. Er habe nur einen einzigen Stich gesehen, dann sei die Attacke schon «vorbei» gewesen, ergänzt der junge Mann.
Die Polizei sprach vorerst allgemein von einer Stichwaffe, nicht von einer Machete. Nach ihren Angaben erlag die attackierte Ehefrau noch am Tatort nahe der Frankfurter Straße ihren Verletzungen.
Auch eine am Mittwochmorgen vorbeikommende Spaziergängerin spricht von einer Machete. Sie sagt, dass viele ihrer Freunde am Dienstagabend in einem Lokal auf dem Marktplatz das Fußballspiel der Weltmeisterschaft geschaut haben. Die hätten die Tat miterlebt und seien alle noch sehr geschockt.
Die Umgebung war während der Tat belebt. «Dort gibt es verschiedene Lokalitäten. Entsprechend hatten wir dann auch den Publikumsverkehr», erklärt ein Polizeisprecher. Seelsorger seien vor Ort gewesen. «Das ist psychisch eine entsprechende Belastung, wenn man so etwas miterleben musste.»