Lawinenlage brisant: Sieben Tote in Österreich
Autor: dpa
, Sonntag, 22. Februar 2026
Die starken Schneefälle der vergangenen Tage machen in den Alpen den Wintersport außerhalb von Pisten zur lebensgefährlichen Aktion. Auch andere Teile Europas kämpfen mit Schnee-Problemen.
Starke Schneefälle und Regen haben in den Alpen zu einer brisanten Lawinenlage geführt. Allein in Österreich kamen seit Freitag sieben Wintersportler unter Schneemassen ums Leben. Am Arlberg und in Sölden waren am Sonntag zahlreiche Lifte und Pisten wegen Lawinengefahr gesperrt. Der Wärmeeinbruch wird laut Experten die Situation nicht entspannen.
«Davon kann in den nächsten Tagen keine Rede sein», sagte ein Sprecher der Lawinenwarnzentrale Salzburg. Alle Wintersportler wurden dringend aufgerufen, auf den Pisten zu bleiben und keinesfalls im freien Gelände unterwegs zu sein. In den vergangenen Tagen war verbreitet rund ein halber Meter Schnee gefallen.
Zwei Tote in Norditalien
In Norditalien ist die Lawinenlage ebenfalls angespannt. Bei verschiedenen Lawinenabgängen starben am Sonntag zwei Menschen. In dem Ski- und Wandergebiet Meran 2000 in Südtirol löste sich eine Lawine und erfasste einen Mann, der von den Rettungskräften nur noch tot geborgen werden konnte. Eine weitere Lawine ging im Aostatal an der Grenze zur Schweiz ab. Einsatzkräfte der Bergwacht bargen in einer Höhe von 3.000 Metern in der Nähe des Val d'Ayas den leblosen Körper eines verschütteten Skitourengehers.
Regen bis in hohe Lagen
Im Süden Bayerns erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Lagen bis 2.000 Metern Plusgrade und damit Tauwetter. Oberhalb von 1.600 Metern sei die Lawinengefahr weiter groß, unterhalb sogar erheblich, teilte der Lawinenwarndienst Bayern am Samstagabend mit. Die Hauptprobleme seien Neuschnee und Regen, der teils bis in eine Höhe von 1.800 Meter falle und die Schneedecke schwäche. Lawinen könnten sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen und auch exponierte Wege treffen.
Schneechaos auch in Slowenien und Ungarn
Auch andere Regionen hatten mit den Folgen heftiger Schneefälle zu kämpfen. In Slowenien waren am Samstag fast 30.000 Haushalte ohne Strom. Montageteams aus dem ganzen Land versuchten, die außer Kraft gesetzten Transformatoren wieder zum Laufen zu bringen, hieß es. Mit dem Nachlassen der Schneefälle begann sich am Sonntag die Lage zu normalisieren, berichteten Medien.
Heftige Schneefälle wurden auch aus dem Westen Ungarns berichtet. In der Kleinstadt Köszeg wurden am Freitag 36 Zentimeter Neuschnee gemessen, in der Sopron an der Grenze zu Österreich am Samstag 27 Zentimeter, wie der ungarische Wetterdienst HungaroMet mitteilte. Starke Windstöße sorgten in dem betroffenen Gebiet außerdem für Schneeverwehungen. Am Sonntag ließen die Niederschläge weitgehend nach, wie lokale Medien berichteten.
Österreich erneut Lawinen-Hotspot
In Österreich gingen seit Freitag Dutzende von Lawinen ab. Am Samstag wurden dabei erneut zwei Wintersportler getötet. Ein 41-Jähriger wurde laut Polizei in Serfaus in Tirol abseits der Piste von einem Schneebrett erfasst. Der Österreicher konnte zwar aus einer Tiefe von rund zweieinhalb Metern ausgegraben werden, starb allerdings später im Krankenhaus.