Umfrage: Aggressivität im Straßenverkehr nimmt zu
Autor: Matthias Arnold, dpa
, Montag, 17. August 2026
Drängeln, Schneiden, Schimpfen: Der Ton im Straßenverkehr wird einer Umfrage zufolge immer rauer. Eine Entwicklung macht der Unfallforschung besonders Sorgen.
Auf deutschen Straßen wird immer öfter gedrängelt, geschnitten und geschimpft. Das geht aus einer Umfrage der Unfallforschung der Versicherer (UDV) hervor. Der Anteil derjenigen, die mitunter drängeln, stieg demnach von 39 Prozent bei der vorigen Erhebung im Jahr 2023 auf 47 Prozent in diesem Jahr. Ein knappes Drittel schere nach dem Überholen schon mal so dicht ein, dass der andere bremsen müsse. 2023 war es noch ein knappes Viertel gewesen.
Für die Umfrage wurden zwischen März und April 2026 mehr als 2.000 Personen ab 18 Jahren online befragt.
Aggressives Verhalten nimmt zu
Fast jeder zehnte Autofahrer (acht Prozent) gab an, beim Überholen kaum Rücksicht auf Fahrradfahrer zu nehmen - ein doppelt so hoher Anteil wie bei der vorherigen Umfrage von vor drei Jahren. Zudem räumten demnach mehr Befragte ein, auf der Autobahn auch mal rechts zu überholen oder an einer Autoschlange vorbeizufahren, um sich vorn einzuordnen.
«Der Trend ist klar: Die Gruppe derer, die aggressives Verhalten zeigt, nimmt zu», sagte die Leiterin der UDV, Kirstin Zeidler. Das zeige sich nicht nur bei den Autofahrern. Auch Radfahrer gaben bei der Befragung in diesem Jahr häufiger aggressives Verhalten zu als noch 2023. Sie drängeln demnach öfter auf Radwegen, schummeln sich an roten Ampeln an den anderen wartenden Radfahrern vorbei oder schlängeln sich durch den Autoverkehr.
Mehr Autofahrer mit Handy am Steuer
In der Umfrage wird eine weitere besorgniserregende Entwicklung deutlich: Die Nutzung von Smartphones am Steuer nimmt zu. Mehr als jeder fünfte befragte Autofahrer nutzt dem UDV zufolge etwa zumindest gelegentlich während der Fahrt soziale Medien. Bei der Umfrage von vor drei Jahren war es noch etwas mehr als jeder Zehnte.
Fast jeder Vierte versende immer wieder mal Textnachrichten. Ebenso viele seien am Steuer im Internet unterwegs. Auch hier sind die Anteile jeweils gestiegen. Junge Leute nutzen das Handy demnach deutlich häufiger als ältere.
Das Bewusstsein für das Risiko ist dabei durchaus vorhanden, nimmt laut der Umfrage allerdings spürbar ab. 74 Prozent der Befragten ordnen etwa das Schreiben von Textnachrichten während der Fahrt als «sehr risikoreich» ein. Drei Jahre zuvor waren es noch 84 Prozent.