Hantavirus: Auch Deutsche von Kreuzfahrtschiff geholt
Autor: dpa
, Mittwoch, 06. Mai 2026
Nachdem es mehrere Hantavirus-Fälle und in der Folge drei Todesopfer gab, soll das Kreuzfahrtschiff «Hondius» Kurs auf die Kanaren nehmen. Mehrere Verdachtsfälle werden in die Niederlande gebracht.
Nach tagelanger Unsicherheit auf dem vom Ausbruch des Hantavirus getroffenen Kreuzfahrtschiff «Hondius» gibt es endlich Aussicht für die knapp 150 Menschen an Bord. Spanien erteilte dem unter niederländischer Flagge fahrenden Schiff die Erlaubnis, einen Hafen auf den Kanarischen Inseln anzulaufen, und zwar auf der Urlaubsinsel Teneriffa.
Drei Menschen wurden inzwischen unter medizinischer Begleitung von Bord des Schiffes geholt, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das niederländische Außenministerium mitteilten. Sie seien mit zwei Spezialflugzeugen unterwegs in die Niederlande, hieß es. Eines der beiden Flugzeuge landete am Abend auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam.
Der zweite Flieger mit zwei Patienten an Bord musste aber einen technischen Zwischenstopp auf Gran Canaria einlegen. Grund sei ein Defekt an einer Isolationskapsel, berichtete der TV-Sender RTVE am Abend unter Berufung auf die Delegation der spanischen Zentralregierung auf den Kanaren. Die Insassen sollen an Bord bleiben, der Flug werde bald fortgesetzt. Marokko habe zuvor eine Landung auf seinem Staatsgebiet verweigert, hieß.
Zu den drei Personen, die zunächst in die Niederlande geflogen werden, gehört laut Ministerium eine 65 Jahre alte Deutsche, die in engem Kontakt mit der deutschen Frau stand, die an Bord gestorben war. Die 65-Jährige solle in einer Klinik in Düsseldorf untersucht werden. Sie habe bisher keine Symptome. Nach der Landung des Flugzeugs waren Einsatzkräfte aus Düsseldorf auf dem Rollfeld zu sehen.
«Rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung»
Die Feuerwehr Düsseldorf und das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) übernehmen gemeinsam den Transport nach Deutschland und die vorsorgliche medizinische Abklärung, berichtete das Klinikum. Man gehe davon aus, dass die betreffende Person nicht infiziert sei. «Es handelt sich um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion. Die Aufnahme erfolgt rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung», betonte das Klinikum. Zur betroffenen Person machte die Klinik keine Angaben.
Die beiden anderen Personen sind Crew-Mitglieder. Ein Brite (56) und ein Niederländer (41) sind nach Angaben der Reederei krank und brauchen dringend medizinische Hilfe.