Kann der Buckelwal von Timmendorfer Strand es schaffen?
Autor: Hannah Aagaard und Sönke Möhl, dpa
, Freitag, 27. März 2026
Der Buckelwal ist frei, aber sein Weg zurück ins offene Meer bleibt riskant. Warum sein Gesundheitszustand Sorgen macht und wie Boote jetzt helfen sollen.
Nach einer tagelangen und aufwendigen Rettungsaktion ist der vor Timmendorfer Strand auf einer Sandbank liegende Buckelwal in der Nacht zumindest vorläufig freigekommen. Wie kann es jetzt mit dem riesigen Tier weitergehen? Einige Antworten auf drängende Fragen:
Wie kann der Wal zurück in die Nordsee kommen?
Das ist nach Einschätzung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin am Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung in Büsum, Stephanie Groß, nicht einfach zu sagen. «Es ist einfach so, dass man schauen muss, wie sich das Tier verhält, ob es sich leiten lässt.» Erst mal bestehe Hoffnung. «Das Tier ist in offener See.» Jetzt müsse man es begleiten und beobachten.
Nach Angaben des Bürgermeisters von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, soll der Wal von Booten der Polizei begleitet werden. Am Morgen waren mehrere Boote, darunter auch Schlauchboote, vor Timmendorfer Strand im Wasser. Mehrere Experten versuchten, den Wal daran zu hindern, wieder ins Flachwasser zu schwimmen.
Die Ostsee ist nur durch drei schmale Meerengen mit dem Kattegat und dem Skagerrak verbunden, die den Übergang zur Nordsee bilden. Der Wal muss den Weg zwischen den dänischen Inseln entweder durch den Kleinen oder den Großen Belt finden oder zwischen Seeland und dem schwedischen Festland durch den Öresund schwimmen, um die Ostsee zu verlassen.
Warum ist es wichtig, dass der Wal die Ostsee verlässt?
Die Ostsee ist keine natürliche Heimat für Großwale. In dem Binnenmeer herrscht ein zu geringer Salzgehalt des Wassers. Es ist in vielen Bereichen sehr flach und bietet nicht immer ausreichend Nahrung. In der Ostsee kommen aber Kleinwale wie Schweinswale vor.