Jugendfeuerwehr: «Feuerlöschen ist das absolut Coolste»
Autor: Stefanie Järkel, dpa
, Freitag, 15. Mai 2026
Jugendfeuerwehren in Deutschland haben so viele Mitglieder wie noch nie. Ilias aus Mannheim ist einer von ihnen. Was den 14-Jährigen am Feuerlöschen fasziniert - und was Experten zu dem Boom sagen.
Ilias Jakypbek trägt Handschuhe, blaue Uniform und einen orangen Schutzhelm. Gemeinsam mit seiner Mitstreiterin hält er den Wasserschlauch, 130 Liter spritzen pro Minute heraus. Aus dem zweiten Stock des Holzgebäudes kommt Rauch aus der Nebelmaschine. Die Aufgabe: Das Feuer löschen und einen Menschen retten. Ilias Jakypbek ist Mitglied der Jugendfeuerwehr in Mannheim. «Feuerlöschen ist absolut das Coolste», sagt der 14-Jährige. «Also so einen Schlauch in der Hand zu halten, da kommt super viel Wasser raus. Das ist schon mega.»
Jugendfeuerwehren in Deutschland erhalten seit Jahren enormen Zulauf - und haben so viele Mitglieder wie noch nie: 2025 waren es laut der Deutschen Jugendfeuerwehr 380.441 Kinder und Jugendliche - rund 42 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Doch woher kommt der Trend?
Mehr Jugendfeuerwehren bieten Gruppen für Kinder an
Wibke Riekmann von der Hochschule Hannover verweist unter anderem auf die gezielte Öffnung der Jugendfeuerwehren für Kinder in den vergangenen Jahren. Die Verantwortlichen hätten einfach festgestellt: «Mensch, wenn wir erst mit zehn Jahren anfangen, dann sind die schon alle weg, die Kinder», sagt Riekmann, die zu Jugendverbänden forscht. «Dann haben die schon alle ihre Pfadfinder, ihren Sport oder ihr Hobby und so. Wir müssen eigentlich früher anfangen.»
Den deutlichsten Zuwachs innerhalb der Jugendfeuerwehren verzeichneten laut Bundesverband die Kindergruppen, bei denen sich die Mitgliederzahlen in fünf Jahren fast vervierfacht haben - auf 105.687. Die Kindergruppen fangen demnach teilweise schon ab sechs Jahren an, zur Jugendfeuerwehr geht es dann ab zehn bis zwölf Jahren.
Ilias Jakypbek ist seit dreieinhalb Jahren bei der Jugendfeuerwehr in Mannheim dabei. Er habe sich schon immer sehr für die Feuerwehr interessiert, erzählt der 14-Jährige auf der Wache zwischen Feuerwehrautos. «Die Geräte hier sind total cool, und das Feuerlöschen ist einfach was so Einzigartiges.» Die Begeisterung für die gemeinsame Sache zu teilen, sei großartig. «Von den anderen Leuten hier, von den Kindern, auch was gegenseitig zu lernen und sich so zu ergänzen - ich finde, das ist einfach supercool.»
Auch die Idee, anderen Menschen zu helfen, finde er toll, sagt der Schüler. Bei einer 24-Stunden-Übung hätten sie Brandopfer gerettet.«Auch wenn es nur gespielt war, war deren Erleichterung, als wir die aus dem brennenden Haus geholt haben, trotzdem immens», sagt er und lächelt.
Expertin: Jugendfeuerwehr genießt großes Vertrauen
Expertin Riekmann betont darüber hinaus, dass Kinder- und Jugendfeuerwehren auch im ländlichen Raum stark vertreten seien - und präsent etwa über ihre Feste, aber auch über die Feuerwache im Ort. Dazu machten sie ein klares und damit attraktives Angebot: «Die Kinder wissen: Bei der Jugendfeuerwehr, da lerne ich was, was mit Löschen und Retten zu tun hat. Ich lerne was über Technik.»