«Ist unser Erbe»: Wie ein Waldbauer gegen den Brand kämpft
Autor: Rachel Sommer (Text) und Katharina Kausche (Foto), dpa
, Montag, 03. August 2026
Eigentlich sollte sein Wald an seine Urenkel gehen, doch die Flammen haben es ihm genommen. Ein Waldbauer berichtet von der verheerenden Wucht des Brandes bei Bordeaux - und seinem Kampf dagegen.
«Man sagt, das Feuer ist ein Monster», sagt Didier Monchaux mit feuchten Augen, als er vor seinem von den Flammen zerstörten Land steht. «Das stimmt.» Geschätzt 95 Prozent seiner Anbaufläche im westfranzösischen Lanton sind dem riesigen Brand zum Opfer gefallen, der bei Bordeaux wütete. «Alles ist dahin», sagt der Waldbauer aufgewühlt.
Rund 140 Hektar Wald besitzen Monchaux und seine Frau Françoise, deren Eltern einst hier wirtschafteten. Das Land brachte Geld ein, wenn Bäume an die Papier- oder Holzindustrie verkauft wurden. Eines Tages sollten die Urenkel das Fleckchen bekommen, erzählt der 76-Jährige. Doch nun ist die Zukunft ungewiss.
«Das ist nicht wie bei einem Weizenfeld. Nach einem Jahr können sie dort abernten. Wir müssen 40 Jahre warten und nun liegt alles am Boden. Entweder fangen wir also von vorn an oder wir hören komplett auf.» Monchaux ergänzt: «Wir werden nun schwierige Entscheidungen treffen müssen.»
Waldbauer will kleines grünes Fleckchen retten
Das Feuer erreichte zuerst die Nachbarorte. Monchaux, der beim örtlichen Verband zur Waldbrandbekämpfung DFCI auch beratend helfen soll, den Wald vor Bränden zu schützen, machte sich mit seinem Truck direkt auf den Weg und half als Freiwilliger aus. Dann erreichten die Flammen Lanton, das Paar verließ sein Gelände für eine Nacht und kehrte am Morgen zurück.
Seitdem seien sie im Dauereinsatz, sagt Monchaux. Das Haus und ein kleines Stück Wald retteten die Feuerwehrleute. «Damit diese grüne Lunge grün bleibt, machen wir keine Pause, gar keine. Wir sind die ganze Nacht und den ganzen Tag im Einsatz, die ganze Zeit.»
Zahlreiche Freiwillige ziehen selbst durch Wälder
Monchaux ist bei Weitem nicht der Einzige. Unzählige Freiwillige sind dieser Tage im Brandgebiet unterwegs, laden Wassertanks auf Geländewägen, fahren auf eigene Faust in den Wald und versuchen, zu retten, was zu retten ist. Auch wenn Tausende Feuerwehrleute im Einsatz sind: überall können sie nicht sein. Aber sie dulden die Arbeit der Freiwilligen oder arbeiten direkt mit ihnen zusammen.
Unweit von Monchaux' Grundstück ist auch die Organisation Mission Trekkeurs mit sieben Freiwilligen im Einsatz. Mehr als sechs Stunden sind sie bis ins Brandgebiet gefahren, um zu unterstützen statt Urlaub zu machen. Mit mehreren Wasserpumpen helfen sie Freiwilligen und der Feuerwehr, Tanks und Schläuche neu zu befüllen. Auch sie selbst löschen kleine Stellen am Boden, an denen der Rauch wieder zutage tritt. «Es ist immerhin die Zukunft unserer Kinder, die auf dem Spiel steht», erzählt die 50 Jahre alte Maud.