In der Hitze der Nacht: Schläft es sich nackt besser?
Autor: Ulrike von Leszczynski, dpa
, Mittwoch, 29. Juli 2026
Pyjama - ja oder nein? Neben ganzjährigen Fans des Adamskostüms überlegen manche, in Tropennächten spontan ohne Kleidung zu schlafen. Was spricht dafür - und was dagegen?
Heiß, heißer - und dann ohne Pyjama ins Bett. Ist das eine gute Idee? Rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland schlafen gern nackt. Darunter sind mehr Männer als Frauen - und mehr Ossis als Wessis, ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur im Jahr 2022. Für und wider das Adamskostüm in der Nacht kursieren viele Behauptungen. Ein Schlafforscher und eine Hautärztin wissen Antworten:
Schlafen ohne Kleidung: Hilft das dem Körper, besser zur Ruhe zu kommen?
«Nicht generell», sagt Hans-Günter Weeß von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). «Wir haben jetzt wieder Hitzenächte vor uns. Da gibt es sicherlich Menschen, die spontan nackt schlafen.» Entscheidend sei, dass man sich wohlfühle. «Dann bin ich entspannt, dann bin ich gelassen, sozusagen cool. Das ist der Königsweg in einen guten Schlaf.»
Es heißt, wer ohne Kleidung schläft, habe weniger Körpergeruch.
«Stimmt», sagt die bayerische Hautärztin Petra Ziegler vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). «Schweiß an sich ist geruchslos. Erst unter Verschluss, also zum Beispiel von Kleidung, an der Schweiß anhaftet, haben Bakterien mehr Angriffsfläche. Sie zersetzen dann Eiweiße und Talg auf der Haut. Dadurch entsteht erst Körpergeruch.»
Durch Schwitzen verliere der Körper nachts rund einen Dreiviertelliter Schweiß. Manchmal sei der allerdings nicht völlig unerwünscht. «Wir wollen natürlich nicht müffeln. Aber wir haben in unserem Körpergeruch ein Stück weit unsere DNA drin. Bei der Paarbindung spielt es wortwörtlich eine Rolle, ob man sich riechen kann oder nicht.»
Wer nackt und kühl schläft, verbrennt mehr Kalorien?