Immer mehr Frauen entdecken Angeln für sich
Autor: Aleksandra Bakmaz, dpa
, Freitag, 06. März 2026
Lange Zeit galt das Hobby als Männerding: Doch immer mehr Frauen finden Gefallen am Angeln. Verbände und Messen verzeichnen steigende Zahlen. Auch in sozialen Medien zeichnet sich ein Trend ab.
Denkt man ans Angeln, hat man noch immer Bilder im Kopf von einsamen Typen, die wortkarg am Wasser sitzen und auf den großen Fang warten. Das Klischee bröckelt allerdings seit ein paar Jahren: Denn immer mehr Anglerinnen mischen sich unter das Volk. Auch Verbände sehen den Trend.
Eine von ihnen ist Barbara Kijewski. Ihre Angel-Abenteuer und Tipps teilt sie regelmäßig mit einer großen Community in den sozialen Netzwerken. Auf Instagram folgen der Angel-Expertin mehr als 70.000 Menschen – inzwischen sind es über ihre verschiedenen Kanäle zusammengenommen sogar Hunderttausende.
«Ich angle seit fast 30 Jahren», sagt Kijewski. Ihr Vater sei leidenschaftlicher Taucher gewesen, zu Hause seien immer Dokumentationen über Fische gelaufen. «Da habe ich mir als Kind schon ganz viel Wissen über Fische angeeignet, aber ich hatte in mir immer den Wunsch, die Fische zu fangen.»
Mit Schulkameraden sei sie zum Angeln losgezogen, die hätten ihr aber gleich klarmachen wollen: «Das ist nichts für Mädchen, da haben Mädchen nichts zu suchen.» Das habe sie nicht auf sich sitzen lassen.
Kampf gegen Vorurteile
Ihren ersten Barsch habe sie an einem See in Berlin gefangen. «Angeln ist so eine Passion. Entweder catcht es dich oder es catcht dich überhaupt nicht», sagt die Wahl-Französin, die in Lyon lebt. Sie erlebt den Wandel direkt in ihrer Community. Viele Frauen würden sich heute ganz selbstverständlich für Ausrüstung, Techniken und den Einstieg ins Angeln interessieren, berichtet sie.
Für junge Frauen ist die Content Creatorin das sichtbare Gegenbild zum Klischee-Angler. Mittlerweile werde sie in der Szene auch ernst genommen. Das sei nicht immer so gewesen. Früher «waren angelnde Frauen noch super ungewöhnlich.» Sie sei öfter am Wasser angesprochen worden deswegen. «Ich habe mich teilweise sogar ein bisschen verkleidet, damit man nicht gleich sieht, dass ich eine Frau bin.»
Beim Kauf ihrer ersten Ausrüstung habe der Verkäufer ihr direkt eine pinkfarbene Angelrute angeboten im Geschäft, berichtet die Influencerin. Sie habe dankend abgelehnt und sich eine ausgesucht, die ergonomisch und technisch für sie gepasst habe. «Früher hat man mich auf Messen auch für eine Art Marketing-Gag gehalten.»