Hochzeit im Minutentakt: Schnapszahl-Termine begehrt
Autor: Isabell Scheuplein, dpa
, Dienstag, 23. Juni 2026
Heiraten an einem einprägsamen Datum ist sehr beliebt, das zeigt die hohe Nachfrage zum 26.6.2026. Woran das liegt und welche aktuellen Entwicklungen es rund um den schönsten Tag im Leben gibt.
Die Termine sind schon lange weg. Wer am 26.6.2026 heiraten möchte, musste früh beim Standesamt vorstellig werden. Mancherorts gab es einen regelrechten Run auf den einprägsamen Termin, wie eine stichprobenartige Umfrage der dpa zeigt.
«Die Nachfrage war von Anfang an extrem», heißt es etwa aus dem Berliner Bezirk Neukölln zum kommenden Freitag. Innerhalb einer Stunde habe es keinen freien Slot mehr gegeben. Andernorts in der Bundeshauptstadt wird eine «lange Nacht der Eheschließungen» angeboten, damit zusätzliche Paare heiraten können.
Alle Termine Monate vorher ausgebucht
In Frankfurt sind am 26.6. alle Termine vergeben, wie die Stadt erklärt. «Ausgebucht» heißt es auch aus München.
Spontane Termine für den Tag bietet die evangelische Kirche bei ihrer Aktion «Einfach Heiraten 2026» an, man muss aber eine standesamtliche Urkunde vorweisen können und mindestens ein Partner muss evangelisch sein. Dann ist auch ein Ja-Wort an ungewöhnlichem Ort möglich, etwa im gläsernen Turm einer Skisprungschanze in Oberstdorf, einer Kapelle am Frankfurter Flughafen
oder einer historischen Straßenbahn in Krefeld.
Markantes Datum als Glücksbringer
Schon zum 6.6.2026 hatte es eine erhöhte Nachfrage gegeben. Warum sind solche Daten so beliebt, wenn es ums Heiraten geht? «Viele Paare verbinden mit der Schnapszahl den Wunsch, dass das markante Datum ihnen Glück bringt», sagt Beate Tripp vom Bundesverband der Deutschen Standesbeamtinnen und Standesbeamten.
Der häufigste Grund sei aber, dass man sich den Termin leicht merken könne und die Gefahr geringer sei, den Hochzeitstag zu vergessen. Außerdem mache sich eine Schnapszahl gut auf der Einladung.
Auch der 26.2.2026 sei stark nachgefragt gewesen, obwohl der Februar kein klassischer Heiratsmonat ist – viel beliebter sind Mai bis September. «Im Dezember gibt es dann noch einmal ein Nachfragehoch, wenn Paare aus steuerlichen Gründen noch im alten Jahr heiraten», sagt Tripp.