Wohnung in Berliner Hochhaus brennt – Säugling stirbt
Autor: Torsten Holtz und Ole Rockrohr, dpa
, Donnerstag, 12. Februar 2026
Großeinsatz mit 170 Feuerwehrleuten bei einem Hochhausbrand in Berlin: Ein kleines Kind stirbt, weitere Menschen werden schwer verletzt.
Aus den Fenstern lodern Flammen, schwarzer Qualm zieht durch die Gänge, dann dringen die Berliner Feuerwehrleute mit Atemschutz in das Hochhaus vor – und machen einen schockierenden Fund: Im Hausflur auf der dritten Etage liegen eine Frau und ihre beiden kleinen Kinder, bewusstlos. Notärzte reanimieren sie, doch den neun Monate alten Säugling können sie nicht retten - er stirbt. Seine 26-jährige Mutter und sein fünfjähriger Bruder liegen tags darauf in kritischem Zustand im Krankenhaus, ebenso weitere Schwerverletzte, wie die Polizei berichtet.
Was ist geschehen? Gegen 20 Uhr am Vorabend hört der Portier des 20-geschossigen Gebäudes in Friedrichsfelde im Bezirk Lichtenberg einen Brandmelder in einer Wohnung piepen, bemerkt auch starken Rauch und schlägt Alarm. 170 Feuerwehrleute rücken an, begleitet von zahlreichen Polizeikräften. 70 Menschen werden aus dem verrauchten Haus in Sicherheit gebracht, viele können sich selbst retten.
Insgesamt acht Menschen kommen ins Krankenhaus, darunter der 75-jährige Mieter, in dessen Wohnung das Feuer den Ermittlungen zufolge ausgebrochen war. Es breitet sich an dem Abend rasant aus, da die Räume mit zahlreichen Gegenständen zugestellt sind. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um eine sogenannte Messie-Wohnung; die große Unordnung erschwerte die Brandbekämpfung. Das Landeskriminalamt ermittelt zur Ursache.
21 Wohnungen polizeilich gesperrt
Tags darauf dann eine erste Bilanz: Am Mittag sind laut der Wohnungsgesellschaft Howoge noch 21 Wohnungen in dem Gebäude in der Dolgenseestraße polizeilich gesperrt. Die Firma betont, man stehe in engem Austausch mit allen Mietern, die nun ohne Obdach dastehen. Die meisten von ihnen hätten über die Nacht privat unterkommen können. Die Stromversorgung sei vollständig gewährleistet, hieß es weiter. Jedoch sei ein Teil der Heizungen vorerst abgeschaltet; gleiches gelte für den Aufzug. Techniker arbeiten daran.
Nach Angaben einer Sprecherin der Howoge haben einige Mieter im Tagesverlauf ihre Schlüssel zurückbekommen. Mit anderen Betroffenen werde man am Freitag die Situation vor Ort anschauen, erklärte sie.
Bezirksbürgermeister erschüttert
Das Bezirksamt Lichtenberg ist in der Nacht mit Einsatzkräften vor Ort und organisiert für elf Menschen Hotelzimmer in der Nähe und auch ein Shuttle dorthin. Im Nachgang prüft nun die Bau- und Wohnungsaufsicht alle betroffenen Wohnungen, damit der Eigentümer sie schnell wieder herrichten kann.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer zeigte sich erschüttert: «Ich wünsche allen Angehörigen und Nachbarn viel Kraft und Zusammenhalt in diesen schweren Stunden und Tagen. Der Verlust eines Kindes ist nicht aufzuwiegen.» Der Bezirk werde alle Betroffenen unterstützen, wo es nötig und möglich sei, erklärte der CDU-Politiker.