Hitze in Deutschland - Purzeln bald die Temperaturrekorde?
Autor: dpa
, Dienstag, 23. Juni 2026
Heiß, heißer, Hitzewelle: Die ohnehin schon schweißtreibenden Temperaturen könnten in den kommenden Tagen an und über die 40-Grad-Marke klettern. Ganz vielleicht wird es so heiß wie noch nie im Land.
Beim WM-Spiel der Franzosen in den USA goss es zwischenzeitlich wie aus Eimern, hierzulande fließt überwiegend nur der Schweiß: Die anhaltende Hitze hält Deutschland weiterhin rigoros im Schwitzkasten. Eine wirkliche Beruhigung der Wetterlage ist nicht in Sicht - im Gegenteil: Bei Temperaturen bis zu 40 oder womöglich gar 41 Grad könnte am Freitag der bisherige deutsche Hitzerekord für den Monat Juni gebrochen werden.
Vor allem im Westen und Südwesten der Republik könne diese Marke geknackt werden, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Deutschen Presse-Agentur. Der bisherige Rekord für den Monat Juni wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt mit 39,6 Grad gemessen. Der insgesamt höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen wurde nur knapp vier Wochen später, am 25. Juli 2019, mit 41,2 Grad in Tönisvorst und Duisburg-Baerl gemessen.
Flüsse heizen sich auf
Mit Temperaturen in der Nähe dieser Gefilde rechnen die Meteorologen erst in der zweiten Wochenhälfte. Am Dienstag war es nicht ganz so heiß wie an den Vortagen, die Hitze hielt aber vor allem in der Südhälfte an. Im Südwesten entlang des Rheins galt bis zum Abend eine amtliche Warnung vor extremer Hitze.
Apropos Rhein: Dessen Tagesmitteltemperatur erreichte am Montag in Rheinland-Pfalz einen Wert von 25 Grad, wie das Umweltministerium in Mainz mitteilte. Auch in anderen Flüssen wie der Mosel nahmen die Wassertemperaturen zu - Tendenz weiter steigend: Im Rhein in Mainz könnten dem Ministerium zufolge 27 Grad erreicht werden. Solche Wassertemperaturen führten zu sinkenden Sauerstoffgehalten, was das ökologische Gleichgewicht stören und Stress für Fische und andere Lebewesen bedeuten könne.
Hoher Wasserverbrauch in Kiel, Badetote im ganzen Land
Anderswo in Deutschland trieb die Hitze den Trinkwasserverbrauch auf ein Sechsjahreshoch: In Kiel wurde mit 62,88 Millionen Litern der diesjährige Tageshöchstwert erreicht, wie die dortigen Stadtwerke mitteilten. Das war zugleich der höchste Wert seit August 2020. Genug Wasser sei vorhanden - dennoch appelliere man, stets bewusst mit Trinkwasser umzugehen, hieß es von den Stadtwerken.
Viele Menschen suchten die ersehnte Abkühlung in Bädern, Seen, Flüssen und Küstengewässern. In Einzelfällen hatte dies fatale Folgen: Am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen kam zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ein Jugendlicher bei einem Badeunfall ums Leben - der 14-Jährige starb knapp zwei Tage nach einem Badeunfall im Krankenhaus. In Hessen wurden zudem drei im Rhein bei Biblis vermisste Männer tot geborgen. Ein anderer Mann starb nach dem Schwimmen in der Regattastrecke Oberschleißheim bei München im Krankenhaus, in Heddesheim in Baden-Württemberg wurde zudem ein vermisster Schwimmer tot aus einem Badesee gezogen.
Der Waldbrand-Gefahrenindex des DWD wird derweil in den kommenden Tagen voraussichtlich ein steigendes Feuerrisiko anzeigen. Für Donnerstag wird in weiten Teilen des Südens Stufe vier von fünf erwartet – diese steht für «hohe Gefahr». Für Teile von Brandenburg wird sogar Stufe fünf erwartet («sehr hohe Gefahr»).