Held der Buschfeuer - Koala-Spürhund Bear geht in Ruhestand
Autor: Carola Frentzen, dpa
, Montag, 23. März 2026
Vom Problemhund zum Helden: Mit feiner Nase spürte Bear Dutzende verletzte Koalas im verbrannten Busch in Australien auf - und wurde zum weltweit gefeierten Lebensretter.
Die Erde ist verkohlt, durch die Luft des australischen Eukalyptuswaldes wabert noch der strenge Geruch von giftigem Rauch. Irgendwo zwischen den skelettartigen Stämmen bleibt ein Hund stehen, senkt die Nase – und legt sich an den Fuß eines Baumes. Das ist das Signal: Hier oben lebt noch jemand. Der Hund heißt Bear - und hat als Meisterschnüffler für verletzte Koalas weltweit Schlagzeilen gemacht. Jetzt geht die Fellnase mit elf Jahren in den Ruhestand.
«Bear war ein großer Teil unseres Lebens und ein unermüdlicher Botschafter für Koalas über ein Jahrzehnt hinweg», sagt Romane Cristescu von der University of the Sunshine Coast (UniSC), eine seiner früheren Hundeführerinnen. Dieser ganz besondere Hund habe Herzen auf der ganzen Welt zum Schmelzen gebracht - «und viele Türen geöffnet, damit wir kritische und schwierige Gespräche über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die bedrohten Koalas führen konnten», so die Expertin.
Lieblingsbelohnung: ein Ball
Der blauäugige Bear war einer der ersten Hunde in Australien, der von der Tierschutzorganisation IFAW (International Fund for Animal Welfare) und einem UniSC-Team darauf trainiert wurde, lebende Koalas am Geruch ihres Fells aufzuspüren. Für Menschen ist eine Sichtung schwierig, weil die Beutelsäuger so hoch in den Bäumen leben.
Als Belohnung gab es jedes Mal sein absolutes Lieblingsspielzeug – einen Ball. Bear bekam für seine Tapferkeit auch verschiedene Auszeichnungen, ihm sind eine Doku («Bear - Koala Hero») und ein Kinderbuch gewidmet.
Besonders während der katastrophalen Buschfeuer von August 2019 bis März 2020 machte Bear mit seinem fabelhaften Riecher für Beuteltiere in Not weltweit Schlagzeilen. Als Australian Koolie ist er ein extrem arbeitsfreudiger und hochintelligenter Hund. In seiner Laufbahn spürte er laut IFAW mehr als 100 hilfsbedürftige Koalas auf - sogar Hollywoodstars wie Tom Hanks und Leonardo DiCaprio feierten den talentierten Vierbeiner in sozialen Netzwerken.
Bilder von verletzten Koalas gingen um die Welt
Im sogenannten «Schwarzen Sommer» gingen mehr als 19 Millionen Hektar Land in Flammen auf, darunter viele Wälder. Unzählige Tiere kamen ums Leben. Mindestens 60 000 der nur in Down Under heimischen Koalas wurden nach Schätzungen der Umweltorganisation WWF getötet, verletzt, vertrieben oder traumatisiert. Bilder von Tieren mit angesengtem Fell und verbrannten Pfoten gingen um die Welt.
In dieser dramatischen Situation begann der Sondereinsatz von Bear und seinen Spürhund-Kollegen. Denn Koalas sind den Flammen besonders schutzlos ausgeliefert: Sie bewegen sich langsam und leben überwiegend in den Kronen von Eukalyptusbäumen – genau dort, wo Feuer schnell und mit großer Intensität wüten. Selbst wenn sie überleben, leiden viele unter Verbrennungen und Rauchvergiftungen - und verharren anschließend geschwächt in den Bäumen, oft ohne Zugang zu Nahrung oder Wasser.