Hantavirus: Vier Schiffspassagiere nach Deutschland gebracht
Autor: dpa
, Montag, 11. Mai 2026
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der «Hondius» sind vier deutsche Passagiere ausgeflogen worden. Sie sollen in Quarantäne kommen. Nun ist das Schiff auf dem Weg von Teneriffa in die Niederlande.
Vier der vom Hantavirus-Ausbruch auf einem Schiff betroffenen deutschen Passagiere stammen dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zufolge aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Keiner von ihnen habe bisher Symptome. Die Passagiere wurden zunächst im Uniklinikum Frankfurt aufgenommen und sollten dann in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden.
Zu erwarten sei, dass sie an ihren Wohnorten in häusliche Quarantäne kommen, teilte das Ministerium mit. «Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht», hieß es. Über die konkreten Maßnahmen entscheiden die jeweils zuständigen Gesundheitsämter.
Wochen bis zum kompletten Aufatmen
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann es Experten zufolge bei diesem Erreger bis zu 45 Tage dauern. Falls doch noch eine Person erkranken sollte, könne sie in speziellen Zentren nach besten medizinischen Standards und sicher behandelt werden, teilte das BMG mit. Insgesamt starben bisher drei Passagiere der «Hondius», bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird.
Ein weiterer deutscher Passagier war nach Großbritannien geflogen worden, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Der Deutsche lebe in Großbritannien. Vom Landesgesundheitsamt Niedersachsen hieß es, eine Person aus Niedersachsen sei auf dem Schiff gewesen und befinde sich nach Absprache im Ausland - ob Großbritannien gemeint war oder es sich um einen weiteren Menschen handelte, blieb zunächst unklar.
WHO sieht Ehepaar als Ausgang der Infektionskette
Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien mit dem südamerikanischen Andesvirus angesteckt haben könnte. Insgesamt gibt es bisher drei Todesopfer, nämlich das niederländische Ehepaar und eine deutsche Passagierin. Das Andesvirus wird wie alle Hantaviren in der Regel von Nagetieren übertragen. Es ist das einzige Hantavirus, das auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann. Jedoch gab es in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nur einige wenige erfasste Ausbrüche in Südamerika, die alle rasch wieder abebbten.
Die Besonderheit diesmal ist lediglich, dass das Virus zufällig auf einem Kreuzfahrtschiff mit vielen Passagieren aufgetreten ist. Da die Symptome denen verschiedener Atemwegserkrankungen ähneln, war erst verzögert auf das Hantavirus getestet worden. Erst dann kamen strengere Isolierungs- und Überwachungsmaßnahmen in Gang. Dadurch war es anfangs zu einigen Ansteckungen gekommen.
Am Sonntag waren erste Sonderflüge von der Kanareninsel Teneriffa - wo die «Hondius» nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte - gestartet, um die Menschen vom Schiff aus insgesamt 23 Nationen unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat zu bringen.