Fünf Hantavirus-Infektionen - WHO: Ausbreitungsrisiko gering
Autor: dpa
, Donnerstag, 07. Mai 2026
Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff hat internationale Folgen. Drei Menschen starben, auch eine Deutsche, mehrere wurden infiziert. Doch das Schiff machte auch einen Zwischenstopp.
Der Ausbruch des Hantavirus bei einer Kreuzfahrt löst in immer mehr Ländern Sorgen aus. Bei einem Zwischenstopp des Schiffes «Hondius» hatten noch nach dem ersten Todesfall 29 Passagiere das Schiff verlassen. Sie kamen aus etwa zwölf Ländern, darunter auch Deutschland, teilte der Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions mit.
«Dies ist eine ernste Lage, aber die WHO betrachtet das Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering», sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Weil die Inkubationszeit sechs Wochen dauert, schließt die WHO weitere Fälle nicht aus.
«Dies ist nicht der Beginn einer Pandemie», betonte die amtierende Nothilfekoordinatorin, Maria van Kerkhove. Ein Vergleich mit dem Start der Coronapandemie vor sechs Jahren sei nicht angebracht. «Dies ist ein ganz anderes Virus», sagte van Kerkhove. «Es handelt sich um einen Ausbruch auf einem Schiff. Das ist ein begrenzter Raum. (...) Das ist nicht dieselbe Situation wie vor sechs Jahren. Dieses Virus verbreitet sich nicht auf dieselbe Weise wie Coronaviren.»
Fünf Infektionen nachgewiesen
Bei fünf Infizierten sei das Hantavirus inzwischen nachgewiesen worden, so die WHO. Dazu kämen drei Verdachtsfälle. Drei Personen sind verstorben - ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Dem Patienten auf der Intensivstation in Südafrika geht es nach Angaben der WHO besser, zwei Crew-Mitgliedern, die in Amsterdam behandelt werden, seien stabil. Es handelt sich um einen Niederländer (41) und einen Briten (56).
Sie waren zusammen mit einer Deutschen am Mittwoch vom Schiff evakuiert worden. Die 65-jährige Frau ist in Düsseldorf im Krankenhaus. Sie hatte zu einem der Opfer an Bord des Schiffes engen Kontakt. Sie hat nach Angaben der Behörden aber keine Symptome. Bei einer Stewardess, die mit einem der ersten Opfer in Kontakt war, sei das Virus bislang noch nicht nachgewiesen, sagte van Kerkhove. Sie ist in Amsterdam im Krankenhaus.
Die Stewardess hatte sich um die infizierte Frau gekümmert, die mit einem KLM-Flug von Johannesburg nach Amsterdam fliegen wollte. Doch die Crew hatte sie wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes nicht mitgenommen. Die Frau starb einen Tag später im Krankenhaus. Die niederländischen Gesundheitsbehörden haben nach eigenen Angaben Kontakt zu allen Personen an Bord des KLM-Fluges aufgenommen.
«Hondius» unterwegs nach Teneriffa
An Bord des Kreuzfahrtschiffes zeigt nach Angaben der WHO niemand zurzeit Symptome einer Infektion. Es hat Kurs auf Teneriffa auf den Kanarischen Inseln genommen und soll am Wochenende im Hafen von Granadilla im Süden der Insel ankommen. Auch für die Bewohner der Kanarischen Inseln sei die Gefahr gering, betonte Tedros. Es würden alle erdenklichen Maßnahmen getroffen, um weitere Ansteckungen zu verhindern.