Hantavirus-Ausbruch auf Schiff: Ein deutscher Passagier tot
Autor: Albert Otti, Annette Birschel und Larissa Schwedes, dpa
, Montag, 04. Mai 2026
Mehrere Menschen erkranken auf einem Kreuzfahrtsschiff, drei von ihnen sterben später – darunter ein Deutscher. Die WHO sieht jedoch kein größeres Risiko für die breite Öffentlichkeit.
Nach einem möglichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind drei Menschen gestorben – darunter auch ein deutscher Passagier. Wie es aus dem Auswärtigen Amt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hieß, handelt es sich bei einem der drei gestorbenen Passagiere um eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte wollte man sich jedoch nicht weiter zu dem Einzelfall äußern.
Zuvor hatte der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions mitgeteilt, die deutsche Person sei am Sonntag gestorben. Zudem gibt es mehrere Hantavirus-Verdachtsfälle unter Passagieren des Kreuzfahrtschiffs «Hondius», das von Argentinien nach Kap Verde unterwegs war.
Infektionen in der Regel über Kot von Nagetieren
Das Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Auch die Nieren sind häufig betroffen. Infektionen können bei Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren passieren. In seltenen Fällen wird der Erreger auch von Mensch zu Mensch übertragen, heißt es von der WHO.
Neben dem deutschen Passagier starben zwei Niederländer – ein älteres Ehepaar. Der Mann war nach den neuesten Angaben des Betreibers am 11. April an Bord gestorben und seine Frau am 27. April, als sie bereits auf der Heimreise war. Wie bei dem deutschen Passagier sei auch bei diesen beiden Todesfällen unbestätigt, ob sie tatsächlich mit dem Hantavirus zusammenhängen.
Mehrere Verdachtsfälle, einer bestätigt
Zweifelsfrei bestätigt ist das Virus demnach nur in einem Fall: Am 27. April war ein weiterer Passagier an Bord schwer erkrankt. Er werde zur Zeit auf der Intensivstation in Johannesburg behandelt. Sein Zustand sei kritisch, aber stabil, hieß es vom Unternehmen.
Darüber hinaus erkrankten den Angaben zufolge zwei Crewmitglieder, ein Brite und ein Niederländer. Beide hätten Probleme mit den Atemwegen, einer habe schwere, der andere milde Symptome. Auch bei diesen beiden sei die Infektionsursache unklar und das Hantavirus noch nicht bestätigt worden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet die Fälle der Gestorbenen sowie die weiteren Infizierten – neben dem bestätigen Fall – jedoch als Hantavirus-Verdachtsfälle. Die Passagiere und die Crew erhielten medizinische Unterstützung, hieß es von der WHO. Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange.