Gewalttat mit zwei Toten an Schule schockt Brandenburg
Autor: Wilhelm Pischke, Oliver von Riegen und Anja Mia Neuman, dpa
, Donnerstag, 27. August 2026
Tränen auf dem Schulhof, stille Anteilnahme: Ein tödlicher Angriff an einer Schule erschüttert Brandenburg. Notfallseelsorger betreuen Schüler, die Polizei sichert den Tatort.
Die Polizei führt Jugendliche und Eltern vom Schulhof, einige von ihnen weinen. Drei Stunden vorher hat sich dort an der Schule in Gosen-Neu Zittau in Ostbrandenburg bei Berlin eine erschütternde Tat abgespielt: Ein 19 Jahre alter Deutscher soll zwei Menschen getötet haben, eine Frau und einen Mann.
Die Frau soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Ex-Freundin des mutmaßlichen Täters gewesen sein, bei dem Mann soll es sich um den Hausmeister der Schule handeln. Beide Opfer starben laut Polizei trotz sofortiger medizinischer Versorgung noch vor Ort an ihren Verletzungen. Der RBB schrieb, dass das weibliche Opfer eine 18 Jahre alte Schülerin sei. Dies bestätigte die Polizei bisher nicht.
Nach der Gewalttat nahmen die Einsatzkräfte den Verdächtigen vorläufig fest. Auf der Plattform X schrieb die Polizei Brandenburg zuvor: «Wir sichern aktuell den Tatort.»
Gegen 13.45 Uhr seien die ersten Notrufe bei der Polizei eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst gab es Gerüchte um eine Amoktat an der Schule, was sich aber nicht bestätigte. «Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von keiner Amok-, sondern einer Beziehungstat aus», erklärte die Polizei.
Nach der Tat kamen am Abend etwa 100 Kinder und Erwachsene mit Blumen und Kerzen zu einem Gedenken zusammen. Der Schock stand den allermeisten noch ins Gesicht geschrieben. Es wurde laut geweint, Kuscheltiere wurden niedergelegt, die Menschen umarmten sich.
Landtagspräsidentin spricht von «feigem Femizid»
Die Polizei war zunächst vorsichtig und sparsam mit konkreten Auskünften und Details zum Alter der Getöteten, Tatwaffe und Motiv. Viele Fragen blieben kurz nach der Tat noch unbeantwortet. In einem Schreiben rief die Polizei auf, sich bei Hinweisen zum Geschehen zu melden.
Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke bezeichnete die Tat als «feigen Femizid, der in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf». Wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden - also weil sie Frauen sind - spricht man von einem Femizid, als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner.