Gescheiterte Hinrichtung: Christa Pike in kritischem Zustand
Autor: dpa
, Freitag, 02. Oktober 2026
Zweimal wird Christa Pike ein tödliches Mittel verabreicht - doch sie stirbt nicht. Der US-Bundesstaat Tennessee stoppt vorerst weitere Hinrichtungen. Was über ihren Gesundheitszustand bekannt ist.
Die zum Tode verurteilte Mörderin Christa Pike sollte im US-Bundesstaat Tennessee mit der Giftspritze hingerichtet werden, doch sie überlebte. Nach Angaben ihrer Anwälte ist der Gesundheitszustand der 50-Jährigen kritisch. Sie erhalte eine lebensrettende medizinische Behandlung, so die Anwälte einen Tag nach der gescheiterten Hinrichtung. Offen ist, warum sie die zwei Injektionen überlebte.
Unterdessen berichtet die italienische Zeitung «La Repubblica», Papst Leo XIV. habe sich schon im Vorfeld für eine Aussetzung der Hinrichtung von Pike eingesetzt. Eine Reaktion auf das Gesuch des Vatikans habe es aber nicht gegeben. Der Heilige Stuhl lehnt die Todesstrafe ab. Leo selbst sprach sich in der Vergangenheit für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe aus. Das ist bislang bekannt:
Wie geht es Christa Pike?
Pikes Anwälte äußerten sich am Donnerstag bei einer Pressekonferenz und bezeichneten den Gesundheitszustand als kritisch. Ihnen sei gesagt worden, dass Pike lebensrettende medizinische Behandlung erhalte. Bis Freitagmittag (MESZ) sind keine neuen Angaben bekanntgeworden. Wie Pikes Prognose ist und welche gesundheitlichen Folgen sie davontragen könnte, ist bislang unklar.
Unklar ist zudem, ob der 50-Jährigen erneut die Hinrichtung droht, falls sie sich erholen sollte. Die Anwälte sprachen sich dafür aus, dass die Todesstrafe für Pike nicht mehr angewandt werde und sie stattdessen lebenslänglich ohne Bewährung bekomme.
Was ist über die gescheiterte Hinrichtung bekannt?
Die 50-Jährige sollte am Mittwochabend mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Doch nachdem ihr nach Angaben der Behörden die im Protokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden waren, lebte sie weiter. Zeugen berichteten, sie hätten Pike noch lange atmen und nach Luft ringen gehört. Einer ihrer Anwälte sagte später, er habe sie nach der ersten Dosis sogar noch sprechen und singen gehört. Schließlich wurde Pike in eine medizinische Einrichtung außerhalb des Gefängnisses gebracht.
Pikes Anwalt Randy Spivey sagte am Donnerstag, das Personal habe etwa eine Stunde erfolglos versucht, einen intravenösen Zugang zu legen. «Ich zählte allein in ihrem linken Arm mindestens sieben Nadeln, von denen eine verbogen zu sein schien, als sie nach einem erfolglosen Versuch aus ihrem Arm gezogen wurde», sagte Spivey. Während der Hinrichtung habe sich zudem ihr rechter Arm violett verfärbt; inzwischen gibt es nach Angaben der Verteidigung Blasen und Verbrennungen rund um die Einstichstellen.
Welche Konsequenzen zogen die Behörden?
Gouverneur Bill Lee setzte nach dem Vorfall alle weiteren Hinrichtungen für den Rest des Jahres aus und ordnete eine umfassende Untersuchung durch eine externe Stelle an. Es ist offen, ob und unter welchen Bedingungen der Staat noch einmal versuchen könnte, das Todesurteil zu vollstrecken.